Wirbelbruch behandeln – Kyphoplastie und Vertebroplastie in Zürich

Ein Sturz, ein falsches Heben, manchmal sogar eine ungeschickte Bewegung – und plötzlich dieser stechende, atemraubende Schmerz im Rücken. Ein osteoporotischer Wirbelbruch kann ohne grosse Gewalteinwirkung entstehen, weil der durch Osteoporose geschwächte Knochen die Last des Körpergewichts nicht mehr trägt. Die Folge: starke Schmerzen, eingeschränkte Mobilität, und im Verlauf eine zunehmende Verkrümmung der Wirbelsäule.

Kyphoplastie und Vertebroplastie bieten eine gezielte, minimal-invasive Behandlung – mit einer Schmerzlinderung, die oft bereits am Tag nach dem Eingriff einsetzt.

Was ist ein osteoporotischer Wirbelbruch?

Osteoporose schwächt die Knochen, indem sie ihre innere Struktur ausdünnt. Wirbelkörper – besonders im Bereich der Brustwirbelsäule und oberen Lendenwirbelsäule – können dadurch unter normaler Belastung einbrechen (sogenannte Kompressionsfraktur oder Sinterungsfraktur). Der Wirbel verliert an Höhe und kann sich keilförmig verformen, was zu einer Rundrücken-Haltung (Kyphose) führt.

Neben osteoporotischen Frakturen können auch Knochenmetastasen, Myelomherde oder sonstige tumorbedingte Schwächungen Wirbelbrüche verursachen – auch diese können mit denselben Verfahren stabilisiert werden.

Kyphoplastie und Vertebroplastie – was ist der Unterschied?

Kyphoplastie: Durch eine Hohlnadel wird ein kleiner Ballon in den gebrochenen Wirbelkörper eingeführt und vorsichtig aufgeblasen. Der Ballon richtet den Wirbel teilweise wieder auf und schafft einen Hohlraum. Dieser wird anschliessend mit Knochenzement (Polymethylmethacrylat, PMMA) stabilisiert. Ziel: Schmerzlinderung UND – soweit möglich – Wiederherstellung der Wirbelkörperhöhe.

Vertebroplastie: Ohne Ballon wird Knochenzement direkt in den gebrochenen Wirbelkörper injiziert. Ziel: Stabilisierung und Schmerzlinderung. Aufrichtung nur sekundär durch den Zement.

Welches Verfahren für Sie geeignet ist, hängt vom Alter der Fraktur, dem Ausmass der Kyphose und Ihrem allgemeinen Zustand ab. Beide Eingriffe erzielen sehr gute Schmerzergebnisse.

Ablauf Schritt für Schritt

Vor dem Eingriff

MRI der Wirbelsäule zur Diagnose und Beurteilung der Frische der Fraktur (frische Frakturen sprechen am besten an). Nüchternheit (mind. 6 Stunden – der Eingriff kann unter leichter Sedierung oder unter Vollnarkose durchgeführt werden, je nach Wunsch und klinischem Kontext). Blutverdünner in Absprache pausieren.

Der Eingriff

In Bauchlage wird unter Röntgenkontrolle eine Nadel durch die Haut in den Wirbelkörper eingeführt. Beim Kyphoplastie-Verfahren wird der Ballon aufgeblasen, dann der Hohlraum mit Zement gefüllt. Der Zement härtet innerhalb von Minuten aus. Dauer: 30–60 Minuten.

Nach dem Eingriff

Überwachungsphase von wenigen Stunden. Volle Gewichtsbelastung ist direkt danach möglich. Wir empfehlen jedoch 3–5 Tage allgemeine körperliche Schonung für eine optimale Heilung. Leichte Mobilisierung und kurze Spaziergänge sind ab dem nächsten Tag ausdrücklich erwünscht.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen spezifischen Anweisungen.

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Frische osteoporotische Wirbelkompressionsfraktur mit starken Schmerzen (MRI bestätigt Frischemerkmale)
  • Unzureichende Schmerzlinderung durch Bettruhe und Schmerzmittel
  • Wirbelkörperfrakturen durch Knochenmetastasen oder Plasmozytom
NICHT ODER EINGESCHRÄNKT GEEIGNET
  • Alte, konsolidierte Frakturen (>3–6 Monate alt, MRI zeigt keine Frischemerkmale mehr)
  • Frakturen mit schwerer neurologischer Beteiligung (Querschnittslähmung – chirurgische Dekompression bevorzugt)
  • Aktive Infektion im Behandlungsbereich (Spondylodiszitis)

FAQ – Wirbelbruch / Kyphoplastie

Konservative Therapie (Schmerzmedikamente, Mieder, Physiotherapie) reicht bei vielen Wirbelbrüchen aus. Bei starken, anhaltenden Schmerzen nach 2 Wochen und fehlender Besserung ist die Kyphoplastie/Vertebroplastie eine bewährte Option: Knochenzement stabilisiert den gebrochenen Wirbelkörper und lindert den Schmerz oft bereits am Tag nach dem Eingriff.

Bei osteoporotischen Wirbelbrüchen – der häufigsten Ursache – ist eine Spondylodese in der Regel nicht indiziert. Die Kyphoplastie ist minimalinvasiv (Nadel statt Schnitt), dauert 30–45 Minuten und stabilisiert den Wirbel von innen. Eine Spondylodese kommt nur bei instabilen Frakturen oder neurologischen Defiziten in Betracht.

Nein. Wir injizieren Knochenzement nur in den gebrochenen Wirbelkörper selbst – kein Gelenk wird versteift, keine benachbarten Wirbel werden verbunden. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule bleibt vollständig erhalten.

Direkt nach dem Eingriff – es gibt keine Belastungseinschränkung durch den Zement, der innerhalb von Minuten aushärtet. Wir empfehlen dennoch 3–5 Tage allgemeine körperliche Schonung, damit der behandelte Bereich zur Ruhe kommen kann. Leichte Bewegung und kurze Spaziergänge sind ab dem Folgetag ausdrücklich erwünscht – zu langes Liegen sollte vermieden werden.

Nein. Der Zement stabilisiert ausschliesslich den behandelten Wirbelkörper lokal. Wenn ein angrenzender Wirbelkörper nach dem Eingriff brechen sollte, dann deshalb, weil auch er durch die Osteoporose geschwächt ist und dieser Bruch früher oder später ohnehin eingetreten wäre. Die Zement-Injektion verursacht diesen Bruch nicht.

Viele Patienten berichten bereits am Tag nach dem Eingriff oder innerhalb der ersten 48 Stunden über eine deutliche Schmerzreduktion. Die maximale Wirkung ist nach einigen Tagen erreicht, wenn das umliegende Gewebe vollständig verheilt ist.

Nein. Wichtiger ist, dass Sie Ihre Osteoporose konsequent behandeln lassen (Vitamin D, Kalzium, ggf. spezifische Osteoporose-Medikamente), um weitere Frakturen zu verhindern.

Mehrere Wirbelkörper können – wenn klinisch indiziert – in derselben Sitzung behandelt werden. Wir beurteilen gemeinsam mit Ihnen die Bildgebung und priorisieren die Frakturen, die am ehesten Ihre Beschwerden verursachen.

Nach der Vertebroplastie sind leichte lokale Rückenschmerzen an der Behandlungsstelle für einige Tage normal. Die meisten Patienten berichten innerhalb von 24–48 Stunden über deutliche Schmerzlinderung.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Neu aufgetretener Lähmung der Beine oder Verlust der Blasen-/Darmkontrolle

⚠ Starken Atembeschwerden oder Brustschmerzen

⚠ Fieber über 38,5 °C kombiniert mit stark zunehmenden Rückenschmerzen (Infektionszeichen)

⚠ Starker Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Boonen S et al. Balloon kyphoplasty for the treatment of acute vertebral compression fractures. J Bone Miner Res. 2011;26(7):1627–1634.
  • Wardlaw D et al. Efficacy and safety of balloon kyphoplasty compared with non-surgical care for vertebral compression fractures (FREE). Lancet. 2009;373:1016–1024.
  • Buchbinder R et al. Percutaneous vertebroplasty for osteoporotic vertebral compression fracture. Cochrane Database Syst Rev. 2018.
  • Zampini JM et al. Comparison of outcomes following kyphoplasty versus vertebroplasty. Spine J. 2010.

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