Wenn Lungenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, aber der Patient nicht operiert werden kann – wegen eingeschränkter Lungenfunktion, hohem Alter oder anderen Erkrankungen – ist die perkutane Tumorablation eine etablierte Alternative. Und wenn Lungenmetastasen aus anderen Primärtumoren die Lunge befallen, kann die gezielte Ablation einzelner Herde die Gesamttherapie wirksam ergänzen.
Lungentumoren und Lungenmetastasen behandeln – perkutane Ablation in Zürich
Für wen ist die Lungenablation geeignet?
- Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) im Frühstadium (T1N0M0 / Stadium I), wenn eine Operation nicht möglich oder gewünscht ist
- Oligometastatische Lungenmetastasen (1–3 Herde) – besonders bei kolorektalem Karzinom, Nierenzellkarzinom, Sarkom oder anderen
- Ergänzung zur Systemtherapie bei dominantem Lungenherd
Ablationsverfahren
Radiofrequenzablation (RFA) und Mikrowellenablation (MWA): CT-gesteuerte Hitzezerstörung des Tumorgewebes durch perkutane Elektrode. MWA ist schneller und weniger anfällig für den «Heat-Sink-Effekt» bei gefässnahen Tumoren.
Cryoablation: Besonders geeignet für Tumoren in der Pleuranähe oder bei Schmerzminimierung.
FAQ – Lungentumoren
Für ausgewählte Patienten mit kleinen Frühstadium-Tumoren zeigen Studien vergleichbare lokale Tumorkontrollraten zwischen Ablation und chirurgischer Resektion. Die Ablation ist lungenerhaltend und schont das gesunde Gewebe deutlich stärker.
Ein Pneumothorax entsteht, wenn beim Einstechen der Nadel Luft in den Pleuraraum gelangt und die Lunge komprimiert. Er tritt bei etwa jedem 5. bis 3. Patienten auf. In den meisten Fällen ist er klein und bildet sich spontan zurück. Bei grösserem Pneumothorax wird kurzzeitig eine dünne Drainage gelegt – das ist ein kleiner Zusatzeingriff, der gut beherrschbar ist. Nach einer chirurgischen Operation wird standardmässig eine Drainage eingelegt.
In der Regel bis zu 3–4 Herde pro Sitzung, abhängig von Grösse, Lage und Lungenfunktion. Bei mehr Herden besprechen wir im Tumorboard, ob mehrere Sitzungen oder eine andere Strategie sinnvoller ist.
Nach der Lungenablation sind leichte Brustschmerzen und Husten für 1–3 Tage normal. Ein kleiner Pneumothorax (Luft im Pleuraraum) kann auftreten und bildet sich meist spontan zurück.
Bitte kontaktieren Sie uns oder die Notaufnahme umgehend bei:
⚠ Zunehmendem Atemnot oder starken Brustschmerzen (Anzeichen eines grossen Pneumothorax – sofortiger Notfall)
⚠ Husten mit Blutbeimengung (mehr als leichtes Blut-Spuren)
⚠ Fieber über 38,5 °C
⚠ Starker Verschlechterung des Allgemeinzustands
Wissenschaftliche Referenzen
- Goldberg SN et al. Radiofrequency tissue ablation: in vivo assessment of lung tumor effects. Radiology. 2000.
- Lencioni R et al. Response to radiofrequency ablation of pulmonary tumours. Lancet Oncol. 2008.
- Palussière J et al. Pulmonary radiofrequency ablation: long-term results. J Thorac Oncol. 2015.
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