Varikozele behandeln ohne Operation – Embolisation in Zürich

Ein dumpfes Schweregefühl im Hodensack. Ein Ziehen, das nach langem Stehen zunimmt. Manchmal sieht man unter der Haut einen Knäuel aus gewundenen Venen – ein Befund wie Krampfadern, nur eben am Hoden. Eine Varikozele ist häufiger als viele denken: Sie betrifft rund 15 % aller Männer, und bis zu 40 % der Männer mit unerfülltem Kinderwunsch.

Und sie lässt sich heute behandeln – ambulant, ohne Schnitt, in einer einzigen Sitzung.

Was ist eine Varikozele?

Eine Varikozele ist eine krankhafte Erweiterung der Venen des Hodensacks (Plexus pampiniformis). Sie entsteht, wenn die Venenklappen in den Hodenvenen nicht mehr richtig funktionieren und Blut sich in den Venen staut. Ähnlich wie Krampfadern am Bein schwellen diese Venen an. Am häufigsten ist die linke Seite betroffen, da die linke Hodenvene anatomisch ungünstiger in die Nierenvene mündet.

Mögliche Folgen einer Varikozele:

Dumpfes Ziehen oder Schweregefühl im Hodensack, besonders nach längerem Stehen

Sichtbare oder tastbare gewundene Venen am Hoden

Wärmestau im Hodenbereich → beeinträchtigte Spermienproduktion, verminderte Spermienqualität und -motilität mit möglichen Einfluss auf die Fertilität

Varikozele-Embolisation – wie funktioniert das?

Die Embolisation der Gonadenvene ist ein bildgesteuerter, minimal-invasiver Eingriff, der die erweiterten Venen dauerhaft verschliesst und den Blutfluss in gesunde Kollateralen umleitet.

Ablauf Schritt für Schritt

Vor dem Eingriff

Skrotalultraschall mit Duplex-Flussmessung zur Diagnosebestätigung. Spermiogramm bei Kinderwunsch. Nüchternheit (mind. 6 Stunden).

Der Eingriff

Unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung wird ein dünner Katheter über eine kleine Punktion in der Leistenbeuge oder am Hals in die erkrankte Hodenvene eingeführt. Unter Röntgenkontrolle werden kleine Metallspiralen (Coils) und/oder sklerosierende Substanzen in die Vene eingebracht, die sie dauerhaft verschliessen. Der Blutfluss wird in gesunde Venen umgeleitet. Dauer: 30–60 Minuten.

Nach dem Eingriff

Ambulant – Sie können am gleichen Tag nach Hause. Leichte Schonung für 24–48 Stunden. Leichte Aktivitäten ab nächstem Tag. Büroarbeit nach 1–2 Tagen möglich.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen Anweisungen.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Baazeem A et al. (Eur Urol, 2011; Meta-Analyse, 4473 Männer): Varikozelen-Behandlung verbessert die Spermienparameter signifikant: Spermienzahl +12,3 Millionen/mL, Motilität +9,9 %, Morphologie +3,6 %. Die Schwangerschaftsrate nach Behandlung lag in kontrollierten Studien bei 36,4 % gegenüber 20,2 % ohne Behandlung.
  • Rezidivrate: 5–10 % nach Embolisation – vergleichbar mit chirurgischer Ligatur (5–15 %). Bei Rezidiv: erneute Embolisation möglich.
  • Hydrozelen-Bildung: Nach chirurgischer Varikozelenkorrektur kommt es in 3–10 % zu Hydrozelen (Wasseransammlungen im Hodensack) – eine Komplikation, die bei der Embolisation praktisch nicht auftritt.

Embolisation vs. Operation – was ist besser?

Beide Methoden sind gleichwertig wirksam. Die Embolisation bietet folgende Vorteile:

  • Kein Schnitt, keine Naht, keine Narbe
  • Kein Vollnarkoserisiko
  • Ambulant – gleicher Tag nach Hause
  • Kürzere Erholung (1–2 Tage statt 2–3 Wochen)
  • Kein Hydrozelen-Risiko
  • Bei beidseitiger Varikozele in derselben Sitzung behandelbar

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Männer mit symptomatischer Varikozele (Schmerzen, Schweregefühl)
  • Männer mit Kinderwunsch bei nachgewiesener Varikozele und eingeschränkter Spermienqualität
Nicht geeignet
  • Asymptomatische Varikozele
  • Anatomische Varianten, die eine Katheternavigation erschweren (selten)

FAQ – Varikozele

Die Embolisation der Hodenvene ist ein oftmals ambulanter, narkosefreier Eingriff über einen kleinen Zugang am Hals oder in der Leiste. Die chirurgische Ligatur (mikrochirurgisch, laparoskopisch oder offen) erfordert meist Vollnarkose und hat eine längere Erholungszeit. Beide Verfahren erzielen vergleichbare Erfolgsraten bei Schmerzlinderung und Verbesserung der Spermienqualität. Die Embolisation hat den Vorteil, dass sie oftmals ambulant, schnell und mit sofortiger Rückkehr zur Arbeit verbunden ist.

Ja – die Datenlage ist deutlich. Eine grosse Meta-Analyse (Baazeem, Eur Urol 2011, über 4400 Männer) zeigt signifikante Verbesserungen von Spermienzahl (+12 Mio/ml), Motilität (+10 %) und Schwangerschaftsrate (36 % vs. 20 % ohne Behandlung). Ob chirurgisch oder per Embolisation behandelt wird, spielt für das Fertilitätsergebnis keine relevante Rolle – entscheidend ist, dass behandelt wird.

Nein – die Embolisation ist unter Lokalanästhesie und leichter Sedierung weitgehend schmerzfrei. Während des Eingriffs können Sie ein leichtes Druckgefühl in der Leiste spüren. In den ersten 1–2 Tagen danach ist ein leichtes Schweregefühl im Hodensack möglich, das gut mit normalen Schmerzmitteln kontrollierbar ist.

Bürotätigkeit und sitzende Arbeiten sind meist bereits am nächsten Tag möglich. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Sport sollten für 1–2 Wochen pausiert werden, um eine optimale Heilung zu gewährleisten. Danach gibt es keine Einschränkungen.

Mehrere Studien zeigen, dass die Behandlung der Varikozele die Spermienparameter (Anzahl, Motilität, Morphologie) bei einem gewissen Anteil (25-33%) der betroffenen Männer verbessert. Eine Schwangerschaft kann jedoch nicht garantiert werden – sie hängt von vielen Faktoren ab, auch von Seiten der Partnerin. Verbesserungen im Spermiogramm sind meist nach 3–6 Monaten sichtbar.

Ja – Studien zeigen vergleichbare Erfolgsraten beider Methoden. Die Embolisation bietet jedoch entscheidende Vorteile: kein Schnitt, keine Vollnarkose, oftmals ambulant, kürzere Erholung und in der Regel weniger Komplikationen.

In etwa 5–10 % der Fälle kann sich die Varikozele erneut bilden – ähnliche Raten werden auch nach chirurgischer Behandlung berichtet. Bei Rückfall kann die Embolisation problemlos wiederholt werden.

Sexuelle Aktivität ist in der Regel nach etwa einer Woche wieder möglich. Wir geben Ihnen im Patienteninformationsblatt genaue Hinweise.

Nach der Varikozeleembolisation kann ein Schweregefühl oder leichter Schmerz im Hodensack für 1–3 Tage bestehen – gut kontrollierbar mit normalen Schmerzmitteln.

Normal und zu erwarten:

  • Leichtes Druckgefühl oder Schweregefühl im Hodensack für 1–3 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle (Leiste)

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Starken, plötzlichen HodenSchmerzen (Anzeichen einer seltenen Komplikation wie Hodentorsion)

⚠ Starker Schwellung, Rötung oder Fieber – insbesondere wenn der Hoden betroffen ist (Epididymitis)

⚠ Rötung, Schwellung oder Eiter an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Gat Y et al. Percutaneous varicocele embolization: long-term follow-up. Hum Reprod. 2004.
  • Baazeem A et al. Varicocele and male factor infertility treatment: a new meta-analysis and review. Eur Urol. 2011;60(4):796–808.
  • Qi L, Zhang X, Zhao F. Comparing endovascular and surgical treatments for varicocele: a systematic review and meta-analysis. J Vasc Interv Radiol. 2022;33(8):916–923.
  • Bou Nasr E et al. Subinguinal microsurgical varicocelectomy vs. percutaneous embolization in infertile men. Basic Clin Androl. 2017;27:11.
  • SIR. Conditions and Treatments: Varicoceles. Society of Interventional Radiology. 2023.

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