Eine Prostatakrebsdiagnose bedeutet nicht automatisch eine radikale Prostatektomie mit den bekannten Risiken für Inkontinenz und Erektionsstörungen. Für ausgewählte Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom bietet die fokale Therapie – Cryoablation oder IRE nur des Tumors, nicht der ganzen Prostata – eine präzise, minimal-invasive Alternative.
Prostatakarzinom behandeln – Cryoablation und IRE als fokale Therapie in Zürich
Was ist fokale Therapie?
Fokale Therapie bedeutet: Nur der Tumor wird behandelt – nicht die gesamte Prostata. Damit wird das Ziel erreicht, den Krebs zu bekämpfen und gleichzeitig die für Lebensqualität entscheidenden Funktionen (Kontinenz, Potenz) soweit wie möglich zu erhalten. Voraussetzung ist ein sorgfältig durchgeführtes multiparametrisches MRI der Prostata und eine Zielbiopsie zur genauen Lokalisierung.
Vorbereitung und Ablauf Schritt für Schritt
Ablauf
FAQ – Prostatakarzinom
Ja – die fokale Therapie. Bei lokalisiertem, niedrig- bis intermediär-risiko Prostatakarzinom können Verfahren wie die Cryoablation oder die Irreversible Elektroporation (IRE/NanoKnife) gezielt den Tumorherd zerstören, ohne die gesamte Prostata zu entfernen. Der Vorteil: deutlich geringeres Risiko für Inkontinenz und Erektionsstörungen im Vergleich zur radikalen Operation oder Bestrahlung.
Active Surveillance (aktive Überwachung) ist bei Niedrigrisiko-Karzinomen der Standard. Allerdings zeigen Langzeitstudien, dass über 50 % der Patienten innerhalb von 10–15 Jahren eine aktive Behandlung benötigen. Die fokale Therapie bietet einen Mittelweg: gezielte Behandlung des Tumorherdes ohne die Nebenwirkungen einer Ganzdüsenbehandlung – und ein klares therapeutisches Signal für Patienten, die mit dem Konzept ‚Krebs beobachten‘ nicht leben möchten.
Für Patienten mit lokal begrenztem, unilateralem Prostatakarzinom (meist Low- bis Intermediate-Risk nach ISUP-Grad), das im MRI klar lokalisierbar ist und keine Fernmetastasen aufweist. Ausschluss durch Tumorboard und urologische Mitbeurteilung.
Das ist das Ziel der fokalen Therapie. Da nur der Tumorherd – nicht die gesamte Prostata – behandelt wird, werden die Nervenbündel für Potenz und die Mechanismen für Kontinenz in vielen Fällen geschont. Die Ergebnisse hängen jedoch von der genauen Tumorlage ab.
Bei Lokalrezidiv nach fokaler Therapie bleiben alle anderen Therapieoptionen erhalten: erneute fokale Ablation, radikale Prostatektomie, Strahlentherapie oder Systemtherapie. Die fokale Therapie «verbrennt» keine Brücken.
Nach fokaler Cryoablation der Prostata sind vorübergehende Schwellungen, erschwertes Wasserlassen und leichtes Brennen für einige Tage normal. Ein Katheter wird meist für 1–2 Wochen belassen.
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
⚠ Vollständigem Harnverhalt (kein Urin möglich, obwohl Katheter gezogen wurde)
⚠ Fieber über 38,5 °C
⚠ Starker Blutung im Urin (nicht nur leichte Spuren)
⚠ Zeichen einer Rektumschwäche oder Inkontinenz (sehr selten)
Wissenschaftliche Referenzen
- Valerio M et al. The Role of Focal Therapy in the Management of Localised Prostate Cancer: A Systematic Review. Eur Urol. 2014;66(4):732–751.
- Lepor H, Gold S, Wysock J. Focal ablation of prostate cancer. Rev Urol. 2018;20(4):145–157.
- van den Bos W et al. Focal IRE in prostate cancer: safety and feasibility. BJU Int. 2016.
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