Arthrose an Sprunggelenk, Hüfte, Daumen und Fingern – Gelenksembolisation in Zürich

Arthrose macht nicht an der Kniegelenksgrenze halt. Das Sprunggelenk, das beim Treppensteigen brennt. Die Hüfte, die morgens steif ist. Der Daumenansatz, der bei jedem Griff schmerzt (Rhizarthrose). Überall dort, wo Gelenke durch Arthrose chronisch entzündet sind und pathologische neue Blutgefässe wachsen, kann die Gelenksembolisation eingesetzt werden.

Welche Gelenke können embolisiert werden?

Oberes Sprunggelenk (OSG): Arthrose nach Verletzungen, rheumatischen Erkrankungen oder idiopathisch. Schmerzen beim Gehen und Treppensteigen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.

Hüftgelenk (Koxarthrose): Selektive Indikation bei nachgewiesener Neovaskularisierung und moderater Arthrose. Schmerzen in Leiste, Gesäss, Oberschenkel – oft beim Gehen und beim Ein-/Aussteigen.

Daumengrundgelenk (Rhizarthrose): Häufigste Arthrose der Hand, betrifft vor allem Frauen ab 50. Schmerzen beim Greifen, Pinzettengriff, Aufdrehen von Deckeln.

Fingergelenke (PIP/MCP-Arthrose): Chronische Schmerzen und Schwellung der Fingergelenke, häufig bei Frauen.

Die Gelenksembolisation – Ablauf

Der Eingriff folgt demselben Prinzip wie bei der Knie- oder Schulterembolisation: Ein dünner Katheter wird über die Leiste zum jeweiligen Gelenk navigiert. Mikropartikel verschliessen die krankhaften, neu gebildeten Gefässe gezielt.

Vor dVorbereitung

MRI oder Ultraschall des betroffenen Gelenks. Nachweis der Neovaskularisierung. Nüchternheit empfohlen.

Dauer

20–60 Minuten, je nach Lokalisation und Befund.

Ambulant

Ja, in den meisten Fällen.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Für wen ist die Myomembolisation geeignet – und für wen nicht?

Geeignet
  • Chronische Arthrosen nach Ausschöpfung konservativer Massnahmen
  • Nachgewiesene pathologische Neovaskularisierung im betroffenen Gelenk
  • Patienten, die eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten
Nicht geeignet
  • Sehr fortgeschrittene Arthrose ohne Restknorpel
  • Floride systemische Entzündungserkrankung
  • Gelenkinstabilität, die strukturelle Behandlung erfordert

FAQ – Arthrose an weiteren Gelenken

Die Gelenksembolisation wird zunehmend auch bei Hüftarthrose eingesetzt. Erste Studien zeigen eine deutliche Schmerzreduktion nach Embolisation der pathologischen Neugefässe rund um das Hüftgelenk. Die Embolisation ersetzt keine Hüftprothese bei fortgeschrittener Arthrose, kann aber bei mildem bis moderatem Stadium die Operation hinauszögern und Schmerzen reduzieren.

Fingerarthrose (Heberden-/Bouchard-Knoten, Rhizarthrose) wird meist nur symptomatisch behandelt. Die transarterielle Embolisation der betroffenen Fingergelenke ist ein neuer Ansatz, der in ersten Pilotstudien signifikante Schmerzreduktionen zeigt – ohne Operation, ohne Gelenkversteifung, ohne Prothese.

Bei sorgfältig ausgewählten Patienten halten die Ergebnisse in der Regel Monate bis Jahre. Bei besonders starker oder aktiver Entzündung kann eine zweite Embolisation – einige Wochen nach der ersten – die Wirkung vertiefen und verlängern. Die Embolisation kann bei Bedarf grundsätzlich wiederholt werden.

Die sogenannte pathologische Neuvaskularisierung – das unkontrollierte Einwachsen neuer Blutgefässe in entzündetes Gewebe – verläuft nicht allein. Diese Gefässe wachsen stets zusammen mit feinen Nervenfasern ein (neurovascular ingrowth). Diese Nervenfasern leiten dauerhaft Schmerzsignale zum Gehirn weiter, auch ohne dass gerade eine akute Verletzung vorliegt. Die Gelenksembolisation verschliesst gezielt diese krankhaften Gefässe – und damit auch die begleitenden Schmerznerven.

Das zeigt die Bildgebung: Ein Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler oder ein MRI mit Kontrastmittel kann die Neuvaskularisierung im betroffenen Gewebe sichtbar machen. Im Beratungsgespräch bei der IRZ beurteilen wir gemeinsam mit Ihnen die Bildgebung und prüfen, ob eine Gelenksembolisation in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Die Gelenksembolisation eignet sich für Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen durch Arthrose oder Tendinopathie, die auf konservative Therapien (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen) nicht ausreichend angesprochen haben und eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten. Nicht geeignet ist sie bei aktiver systemischer Entzündungserkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis in Schub), bei sehr fortgeschrittener Arthrose ohne Restknorpel, oder bei Gelenkinfektionen.

Nein – die Gelenksembolisation verändert das Gelenk strukturell nicht. Sie nimmt eine eventuelle spätere Prothese oder Operation weder vorweg noch verhindert sie diese. Sie kann jedoch wertvolle Zeit gewinnen und die Lebensqualität in der Zwischenzeit deutlich verbessern.

Wir empfehlen nach der Gelenksembolisation eine kurze Erholungsphase von 1–3 Tagen, in der Sie das behandelte Gelenk nicht überbelasten sollten. Leichte Aktivitäten und Alltagsbewegungen sind danach erlaubt – und sogar erwünscht, da Bewegung die Regeneration fördert. Intensive sportliche Belastung sollte für 2–3 Wochen pausiert werden.

Die stärkste Datenlage besteht für das Kniegelenk (Gonarthrose), gefolgt von Schulter und Ellenbogen. Für Sprunggelenk, Hüfte und Fingergelenke gibt es zunehmend positive Fallserien und kleinere Studien, die Wirksamkeit und Sicherheit belegen. Wir besprechen die aktuelle Evidenzlage im Beratungsgespräch offen mit Ihnen.

Nach der Gelenksembolisation kann die behandelte Region in den ersten 24–48 Stunden etwas wärmer, leicht geschwollen oder druckempfindlicher sein als zuvor – das ist eine normale Entzündungsreaktion auf die Embolisation und klingt rasch ab. Gelegentlich zeigt sich eine vorübergehende Hautverfärbung (leicht bläulich bis gelblich) an der Haut über dem Gelenk – auch dies ist harmlos und bildet sich zurück.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Starker, zunehmender Schwellung und Rötung am behandelten Gelenk

⚠ Fieber über 38,0 °C

⚠ Rötung oder Eiter an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Sajan A et al. Transarterial embolization for musculoskeletal pain management: AJR Expert Panel Narrative Review. AJR Am J Roentgenol. 2025;224(2):e2431626
  • Kishore S et al. Transarterial Embolization for the Treatment of Chronic Musculoskeletal Pain: A Systematic Review of Indications, Safety, and Efficacy. ACR Open Rheumatol. 2022 Mar;4(3):209-217.
  • Okuno Y et al. Mid-term clinical results of transcatheter arterial embolization for knee pain. J Vasc Interv Radiol. 2017.
  • Lee SY et al. Short-term clinical outcomes of transarterial embolization for symptomatic hand osteoarthritis refractory to conservative treatment. Diagn Interv Radiol. 2024;30(1):65–71.

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