Schulterarthrose und Schultertendinopathie behandeln – Gelenksembolisation in Zürich

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers – und genau deshalb auch eines der verletzlichsten. Wenn Arthrose, eine entzündete Rotatorenmanschette oder Kalkablagerungen die Schulter in ihrer Bewegung einschränken und chronische Schmerzen verursachen, leidet darunter nicht nur der Arm: Oft sind Schlaf, Arbeit und selbst einfachste Alltagsbewegungen betroffen.

Die Schulterembolisation bietet eine minimal-invasive Option für Betroffene, die sich keine weitere Operation wünschen oder bei denen konservative Massnahmen ausgeschöpft sind.

Welche Schultererkrankungen können behandelt werden?

Schulterarthrose (Omarthrose): Knorpelverschleiss im Schultergelenk mit chronischen Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Kalkablagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette, die akute oder chronische Schmerzen und Entzündungen verursachen.

Rotatorenmanschetten-Tendinopathie: Chronische Entzündung und Degeneration der Schultersehnen (Supra-, Infraspinatus, Subscapularis), oft mit pathologischer Neuvaskularisierung verbunden.

Die Schulterembolisation – gezielt gegen die Entzündung

Bei chronischen Schultererkrankungen entstehen in den betroffenen Strukturen – Gelenkinnenhaut, Schleimbeutel, Sehnen – neu gebildete Blutgefässe, die gemeinsam mit Nervenfasern einwachsen und die Entzündung und Schmerzen dauerhaft unterhalten. Die Schulterembolisation verschliesst diese pathologischen Gefässe gezielt und unterbricht damit den Entzündungskreislauf.

Ablauf Schritt für Schritt

Vorbereitung

MRI oder Ultraschall der Schulter. Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler zum Nachweis der Neovaskularisierung (sichtbar als intensive Farbsignale in Sehne oder Gelenkinnenhaut). Nüchternheit. Blutverdünner in Absprache pausieren.

Zugang

Unter örtlicher Betäubung wird eine winzige Punktion in der Leisten- oder Handgelenkarterien angelegt. Ein dünner Katheter wird unter Röntgendurchleuchtung in die Schulterarterien navigiert.

Diagnostische Angiographie

Kontrastmittel wird injiziert. Die pathologisch neu gebildeten Gefässe zeigen sich als dichte Anfärbung («Blush») genau an den symptomatischen Bereichen – oft korrelierend mit den Druckpunkten aus der klinischen Untersuchung.

Superselektive Katheterisierung

Mit einem Mikrokatheter werden die erkrankten Gefässäste einzeln aufgesucht. Die wichtigsten Zielbereiche bei der Schulter: die A. circumflexa humeri anterior und posterior (Gelenk), die A. suprascapularis (Rotatorenmanschette) und Äste der A. thoracoacromialis (Schleimbeutel, Sehnenansätze).

Embolisation

Mikropartikel (100–300 Mikrometer) werden selektiv injiziert und verschliessen die pathologischen Gefässe. Gesunde Haupt- und Knochen-versorgungsarterien bleiben offen.

Abschlusskontrolle

Abschlussangiographie bestätigt Verschluss der Zielgefässe und intakte Versorgung des Schultergelenks.

Dauer

45–75 Minuten. Ambulant oder kurzstationär.

Nach dem Eingriff

1–3 Tage Schonung, dann leichte Bewegungsübungen. Keine Ruhigstellung im Sinne einer Schulterruhigstellung notwendig – Bewegung fördert die Regeneration.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Okuno Y et al. (J Vasc Interv Radiol, 2013): Erste publizierte Serie zur Embolisation bei Ellenbogen- und Schultertendinopathien. Schmerzreduktion nach 1 Jahr: > 70 % der Patienten berichteten über signifikante oder vollständige Schmerzlinderung.
  • Little MW et al. (Cardiovasc Intervent Radiol, 2021/2022; Systematischer Review): Transkatheter arterielle Embolisation bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen zeigt konsistent signifikante Schmerzreduktionen über 6–24 Monate. Schulter- und Ellenbogenpathologien sprechen vergleichbar gut an wie Kniearthrose.
  • Kurup HV et al. (Musculoskeletal Surgery, 2018): Die pathologische Neovaskularisierung ist bei Schultertendinopathien in 85–90 % der symptomatischen Patienten nachweisbar und korreliert direkt mit der Schmerzintensität – ein valides Embolisationsziel.
  • Kalkschulter: Die Entzündungskomponente der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) ist massgeblich durch Neovaskularisierung getrieben. Fallserien zeigen, dass Embolisation auch bei Kalkschulter die Entzündungsaktivität reduziert und Schmerzen lindert – auch wenn die Kalkdepots selbst nicht aufgelöst werden.

Für wen ist die Myomembolisation geeignet – und für wen nicht?

Geeignet
  • Chronische Schulterschmerzen durch Arthrose oder Tendinopathie nach Ausschöpfung konservativer Therapien
  • Kalkschulter mit persistierender Entzündungskomponente
  • Patienten, die eine Operation vermeiden möchten
Nicht geeignet
  • Komplette Rotatorenmanschetten-Ruptur (strukturelle Operation erforderlich)
  • Akute Kalkschulter-Attacke
  • Systemische Entzündungserkrankung im Schub

FAQ – Schulter

Bei Kalkschulter (Tendinosis calcarea) sind die gängigen Optionen: Physiotherapie, Stosswellentherapie, arthroskopische Kalkentfernung. Die Schulterembolisation richtet sich an Patienten mit chronischer Tendinopathie und Schmerzen, die auf konservative Therapie nicht ansprechen. Sie ist weniger invasiv als eine Arthroskopie und kann oftmals ambulant durchgeführt werden.

Bei sorgfältig ausgewählten Patienten halten die Ergebnisse in der Regel Monate bis Jahre. Bei besonders starker oder aktiver Entzündung kann eine zweite Embolisation – einige Wochen nach der ersten – die Wirkung vertiefen und verlängern. Die Embolisation kann bei Bedarf grundsätzlich wiederholt werden.

Die sogenannte pathologische Neuvaskularisierung – das unkontrollierte Einwachsen neuer Blutgefässe in entzündetes Gewebe – verläuft nicht allein. Diese Gefässe wachsen stets zusammen mit feinen Nervenfasern ein (neurovascular ingrowth). Diese Nervenfasern leiten dauerhaft Schmerzsignale zum Gehirn weiter, auch ohne dass gerade eine akute Verletzung vorliegt. Die Gelenksembolisation verschliesst gezielt diese krankhaften Gefässe – und damit auch die begleitenden Schmerznerven.

Das zeigt die Bildgebung: Ein Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler oder ein MRI mit Kontrastmittel kann die Neuvaskularisierung im betroffenen Gewebe sichtbar machen. Im Beratungsgespräch bei der IRZ beurteilen wir gemeinsam mit Ihnen die Bildgebung und prüfen, ob eine Gelenksembolisation in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Die Gelenksembolisation eignet sich für Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen durch Arthrose oder Tendinopathie, die auf konservative Therapien (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen) nicht ausreichend angesprochen haben und eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten. Nicht geeignet ist sie bei aktiver systemischer Entzündungserkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis in Schub), bei sehr fortgeschrittener Arthrose ohne Restknorpel, oder bei Gelenkinfektionen.

Nein – die Gelenksembolisation verändert das Gelenk strukturell nicht. Sie nimmt eine eventuelle spätere Prothese oder Operation weder vorweg noch verhindert sie diese. Sie kann jedoch wertvolle Zeit gewinnen und die Lebensqualität in der Zwischenzeit deutlich verbessern.

Wir empfehlen nach der Gelenksembolisation eine kurze Erholungsphase von 1–3 Tagen, in der Sie das behandelte Gelenk nicht überbelasten sollten. Leichte, sanfte Bewegungsübungen ab dem zweiten Tag nach dem Eingriff fördern die Durchblutung und die Geweberegeneration. Eine vollständige Ruhigstellung ist nicht empfohlen. Intensive sportliche Belastung sollte für 2–3 Wochen pausiert werden.

Ja – die Schulterembolisation kann die Entzündungskomponente der Kalkschulter wirksam reduzieren und Schmerzen lindern. Sie entfernt die Kalkablagerungen nicht mechanisch, aber durch die Reduktion der Entzündungsaktivität und Neovaskularisierung können Beschwerden deutlich abnehmen. Bei sehr grossen oder persistierenden Kalkdepots kann die Embolisation mit einer Kalkpunktion und -spülung kombiniert werden.

Die Akromioplastik ist ein chirurgischer Eingriff, der den subacromialen Raum erweitert und ggf. entzündetes Gewebe entfernt. Die Embolisation ist minimal-invasiv und wirkt auf die pathologische Neuvaskularisierung. Beide Verfahren haben ihre Berechtigung – die Embolisation ist in der Regel die schonendere erste Option, wenn keine strukturelle Ursache eine Operation verlangt.

Nach der Gelenksembolisation kann die behandelte Region in den ersten 24–48 Stunden etwas wärmer, leicht geschwollen oder druckempfindlicher sein als zuvor – das ist eine normale Entzündungsreaktion auf die Embolisation und klingt rasch ab. Gelegentlich zeigt sich eine vorübergehende Hautverfärbung (leicht bläulich bis gelblich) an der Haut über dem Gelenk – auch dies ist harmlos und bildet sich zurück.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Zunehmenden Schmerzen und Wärme in der Schulter (statt Besserung nach 48 Stunden)

⚠ Fieber über 38,0 °C

⚠ Hautveränderungen über der Schulter (Rötung, Bläschen, offene Stellen)

⚠ Rötung oder Eiter an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Okuno Y et al. Transcatheter arterial embolization as treatment for medial epicondylitis and shoulder tendinopathy refractory to conservative treatment. J Vasc Interv Radiol. 2013;24(5):726–730.
  • Little MW et al. Embolization for chronic musculoskeletal pain: systematic review and meta-analysis. Cardiovasc Intervent Radiol. 2022;45(4):439–450.
  • Kurup HV et al. New approaches to chronic musculoskeletal pain. Musculoskeletal Surgery. 2018;102(3):209–218.
  • Reiter M et al. Role of neovascularization in shoulder tendinopathy and its treatment implications. J Shoulder Elbow Surg. 2019.

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