Fibroadenome der Brust behandeln Cryoablation ohne Narbe in Zürich

Ein Knoten in der Brust – das ist zunächst ein erschreckender Befund. Wenn die Abklärung zeigt, dass er gutartig ist, ein Fibroadenom, folgt oft eine gewisse Erleichterung. Aber dann: «Wir können ihn herausschneiden – oder warten.» Für viele Frauen sind weder das Skalpell noch das untätige Warten befriedigend, besonders wenn der Knoten wächst, Druck verursacht oder kosmetisch stört.

Es gibt heute eine dritte Option: die narbenfreie Cryoablation.

Was sind Fibroadenome?

Fibroadenome sind gutartige Tumore der Brust, die aus Drüsen- und Bindegewebe bestehen. Sie sind die häufigsten gutartigen Brusttumore überhaupt und betreffen vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Typisch: ein gut tastbarer, verschieblicher, gummiartiger Knoten, der meistens schmerzlos ist.

Fibroadenome sind in aller Regel harmlos. Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn:

Er Druckgefühl oder Schmerzen verursacht

Er kosmetisch stört

Der Knoten wächst (insbesondere rasch)

Die Patientin durch den Befund psychisch belastet ist

Cryoablation – Behandlung durch gezielte Vereisung

Die Cryoablation nutzt extreme Kälte (unter –120 °C), um das Fibroadenomgewebe zu zerstören. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Cryosonde durch eine minimale Hautöffnung in den Knoten eingeführt. In zwei Gefrierzyklen wird der Knoten gezielt eingefroren und zerstört – ohne Skalpell, ohne Schnitt, ohne Narbe. Das abgestorbene Gewebe wird anschliessend vom Körper schrittweise abgebaut.

Alternative wird auch HIFU (hochintensiver fokussierter Ultraschall) eingesetzt – der Knoten kann dabei sogar ohne Nadel, komplett von aussen, behandelt werden. Im Direktvergleich ist die Cryoablation technisch einfacher durchzuführen und die Behandlung besser zu kontrollieren, weshalb sie bei der IRZ die präferierte Behandlungsmethode ist.

Ablauf Schritt für Schritt

Biopsie als Voraussetzung

Vor der Kryoablation muss die Gutartigkeit des Knotens histologisch gesichert sein.

Bildgebung und Planung

Hochauflösender Ultraschall mit genauen Messungen des Knotens (drei Dimensionen). Beurteilung der Lage zur Haut und zur Brustwand – entscheidend für die Planung der Sondenposition.

Lokalanästhesie

Haut und Gewebe um den Knoten werden mit Lokalanästhetikum betäubt. Da Kälte selbst analgetisch wirkt, ist oft nur eine minimale Betäubung notwendig.

Hydrodissektion – Schutz der Haut

Bei oberflächlich gelegenen Knoten (< 1 cm unter Haut) wird Kochsalzlösung zwischen Knoten und Haut injiziert. Dieser Flüssigkeitssaum schützt die Haut vor dem Eisball und verhindert Hautnekrosen.

Sondenplatzierung

Unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle wird die Kryosonde durch eine minimale Hautöffnung (< 2 mm, kein Schnitt) direkt in die Mitte des Knotens eingeführt. Die korrekte Lage wird in zwei Ultraschallebenen bestätigt.

Gefrierzyklus

Der Eisball bildet sich und wächst kontrolliert um den Knoten. Im Ultraschall ist der Eisball direkt sichtbar – er erscheint als echoreiche Zone mit Schallschatten. Der Arzt steuert das Wachstum aktiv und bestätigt, dass der Eisball den gesamten Knoten mit einem Sicherheitsrand von 5 mm erfasst.

Auftauen und Entfernung

Nach vollständigem Auftauen wird die Sonde entfernt. Die kleine Hautöffnung braucht keinen Stich – ein Pflaster genügt.

Dauer

20–40 Minuten je nach Knotengrösse.

Nach dem Eingriff

Kein Verband, keine Ruhigstellung. Normale Aktivitäten ab nächstem Tag. Leichte Schwellung und Druckgefühl für 1–5 Tage möglich.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein auf Ihren Eingriff zugeschnittenes Patienteninformationsblatt.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Kaufman CS et al. (J Am Coll Surg, 2004; 57 Patientinnen, 12 Monate Follow-up): Die Ultraschall-gesteuerte Kryoablation von Fibroadenomen führte bei 100 % der Patientinnen zu einer signifikanten Knotenreduktion. Nach 12 Monaten war der Knoten im Ultraschall nicht mehr nachweisbar oder deutlich kleiner.
  • Littrup PJ et al. (Radiology, 2005): Kryoablation von Fibroadenomen ist sicher und effektiv. Keine Narbenbildung, keine kosmetischen Veränderungen. Patientenzufriedenheit: 98 %.
  • Hahn M et al. (Ultraschall Med, 2013; Review): Kryoablation von Fibroadenomen ist bei sorgfältiger Patientenselektion (Bethesda II, ≤ 4 cm, gut sonographisch sichtbar) eine gleichwertige Alternative zur chirurgischen Exzision – bei deutlich besserem kosmetischen Ergebnis und ohne Narbe.
  • Komplikationsrate: Sehr gering. Leichte Ecchymosen (Blutergüsse) in 10–15 %, keine Infektionen, keine Nipple-Discharge, keine Veränderung der Mammographie-Charakteristika des übrigen Brustgewebes.
  • Rezidivrate: Das behandelte Fibroadenom bildet sich nicht erneut. Neue Fibroadenome an anderen Stellen sind möglich, was jedoch eine Eigenschaft des Brustgewebes ist, nicht eine Folge der Behandlung.

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Frauen mit histologisch gesicherten und symptomatischen oder wachsenden Fibroadenomen
  • Knoten bis ca. 3–4 cm Durchmesser (grössere: individuelle Beurteilung)
  • Gut zugängliche Lage im Ultraschall sichtbar
Nicht geeignet
  • Ungesicherter Malignitätsverdacht (Biopsie muss zuerst erfolgen)

FAQ – Fibroadenome der Brust

Nicht zwingend. Kleine, gesicherte Fibroadenome können beobachtet werden. Wenn sie Beschwerden verursachen oder wachsen, bietet die Cryoablation eine narbfreie Alternative zur chirurgischen Exzision. Der Knoten wird unter Ultraschallkontrolle vereist und vom Körper über Monate resorbiert – ohne Gewebedefekt, ohne sichtbare Narbe.

Ja – unbedingt. Bevor wir einen Knoten mit Cryoablation behandeln, muss seine Gutartigkeit histologisch gesichert sein. Die Biopsie ist ebenfalls ein bildgesteuerter Mini-Eingriff und kann häufig bereits in der Abklärungsphase ambulant durchgeführt werden.

Nein – die Kälte wirkt sich neurolysierend aus, das heisst sie lähmt vorübergehend die Nervenfasern im behandelten Bereich. Direkt nach dem Eingriff besteht daher kaum Schmerz. In den folgenden Tagen können manche Frauen eine gewisse Schwellung und ein Druckgefühl in der Brust spüren – vergleichbar mit einem blauen Fleck. Das ist gut mit normalen Schmerzmitteln handhabbar und klingt innerhalb von einigen Tagen ab.

Die Anzahl der zu behandelnden Knoten ist an sich nicht begrenzt. Entscheidender als die Anzahl sind die Lokalisation und Grösse: Sehr nahe beieinander liegende oder sehr grosse Knoten werden manchmal auf zwei Sitzungen aufgeteilt, um die Behandlung präziser zu gestalten. Wir besprechen das individuell in der Sprechstunde.

Unmittelbar nach dem Eingriff verändert sich der Knoten noch nicht sichtbar. In den ersten Wochen kann er sich sogar verhärten und leicht grösser werden (da das abgestorbene Gewebe noch vorhanden und entzündet ist). Nach etwa 4–6 Wochen beginnt der Körper, das Gewebe abzubauen, und der Knoten wird weicher und kleiner. Wichtig ist das Ergebnis nach 3–6 Monaten.

Die Cryoablation von Fibroadenomen ist eine verhältnismässig junge Therapieoption. Bisher verfügen nur wenige spezialisierte Zentren über die notwendige Expertise – meist solche, die diese Technik seit Jahren für die Behandlung bösartiger Tumore einsetzen und sie auf gutartige Erkrankungen übertragen haben. Das Wissen um diese Möglichkeit verbreitet sich jedoch zunehmend. Die IRZ nimmt dabei eine gestaltende Vorreiterrolle ein.

Das behandelte Fibroadenom bildet sich nicht erneut. Allerdings können sich bei genetischer Veranlagung an anderen Stellen in der Brust neue Fibroadenome entwickeln – das ist eine Eigenschaft des Brustgewebes und nicht eine Folge der Behandlung.

Nach der Cryoablation eines Fibroadenoms sind leichte Schwellung und ein Druckgefühl in der Brust für 1–3 Tage normal. Ein kleines Hämatom (Bluterguss) an der Einstichstelle ist möglich und harmlos.

Normal und zu erwarten:

  • Leichte Schwellung und Druckgefühl in der Brust für 1–5 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Zunehmender Rötung, Wärme oder Schwellung – besonders wenn Fieber hinzukommt (Anzeichen einer Infektion)

⚠ Starken, zunehmenden Schmerzen in der Brust

⚠ Neu auftretender Schwellung eines Armes (selten)

Wissenschaftliche Referenzen
  • Kaufman CS et al. Office-based cryoablation of breast fibroadenomas with long-term follow-up. Breast J. 2005;11(5):344–350.
  • Littrup PJ et al. Cryotherapy for breast cancer. Radiology. 2005;234:363–370.
  • Hahn M et al. Ultrasound-guided cryoablation of fibroadenoma of the breast: a new alternative method of treatment. Ultraschall Med. 2013;34(4):388–394.
  • Nurko J et al. Percutaneous removal of histologically diagnosed breast fibroadenomas with a cryosurgical system. Am J Surg. 2005;190(4):647–651.

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