Wenn eine AV-Fistel nicht möglich oder noch nicht reif ist, ermöglicht ein tunnelierter Hämodialysekatheter die Hämodialyse über einen zentralvenösen Zugang. Der Katheter wird über die Halsvene in den rechten Vorhof gelegt – durch einen subkutanen Tunnel, der das Infektionsrisiko deutlich reduziert.
Hämodialysekatheter implantieren und pflegen – IRZ Zürich
Was wir anbieten
- Implantation neuer tunnelierter Hämodialysekatheter unter Ultraschall- und Fluoroskopie-Kontrolle
- Katheterwechsel bei Fehlfunktion oder Infektionsverdacht
- Behandlung von Fibrinscheiden durch Thrombolyse oder Stripping
- Diagnostik bei Katheterdysfunktion
FAQ
Tunnelierte Katheter können Jahre in situ verbleiben, vorausgesetzt, sie werden korrekt gepflegt und sind komplikationsfrei. Regelmässige Spülung mit Heparin oder trisodium citrate zwischen den Dialysesitzungen ist wichtig.
Eine Fibrinscheide ist ein Belag aus körpereigenem Eiweiss, der sich um den Dialysekatheter bildet und den Blutfluss durch den Katheter reduziert. Sie kann durch einen katheterseitigen Thrombolyseversuch (Infusion von Lysemittel direkt in den Katheter) oder durch mechanisches Stripping (Abziehen der Fibrinscheide mit einem Katheter) behandelt werden.
Fieber, Rötung oder Sekretion an der Katheteraustrittsstelle, nachlassender Blutfluss oder Gegendruck beim Dialysieren sind Warnzeichen. Bitte sofort das Dialysezentrum informieren.
Nach Implantation eines tunnellierten Hämodialysekatheters sind leichter Schmerz an der Einstichstelle und Druckgefühl am Hals für 1–2 Tage normal.
Bitte kontaktieren Sie uns oder Ihr Dialysezentrum umgehend bei:
⚠ Rötung, Schwellung oder eitriger Ausfluss an der Katheterstelle oder der Tunnelstrecke (Infektionszeichen – sofort melden)
⚠ Fieber über 38,0 °C mit Schüttelfrost (mögliche Katheter-Sepsis – dringend)
⚠ Plötzlichem Atemnot oder Brustschmerzen nach Implantation (sehr seltener Pneumothorax)
Wissenschaftliche Referenzen
- Dariushnia SR et al. Quality improvement guidelines for tunneled hemodialysis catheters. J Vasc Interv Radiol. 2016;27(1):67–74.
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