Was ist das Pelvic Congestion Syndrom?
«Das PCS entsteht, wenn Venen im Becken insuffizient werden – also ihre Klappenfunktion verlieren – und das Blut sich zurückstaut. Betroffen sein können die Ovarialvenen (gonadale Venen), die Äste der inneren Beckenvenen (V. iliaca interna, inkl. Uterusvenen und V. obturatoria) oder eine Kombination beider Systeme. Je nachdem, welches Venensystem betroffen ist, unterscheidet sich auch der Behandlungsansatz.
Häufige Ursachen und begünstigende Faktoren:
- Schwangerschaften: Das erhöhte Blutvolumen und hormonelle Veränderungen führen zur Erweiterung der Beckenvenen, die sich nach der Schwangerschaft nicht immer vollständig zurückbildet.
- May-Thurner-Anatomie: Bei der May-Thurner-Variante komprimiert die rechte Beckenarterie (A. iliaca communis dextra) die linke Beckenvene (V. iliaca communis sinistra) von aussen gegen den Wirbelkörper. Dieser chronische Stau begünstigt eine Druckerhöhung im gesamten linken Beckenvenengebiet – was zu PCS führen kann, auch ohne eine klassische Venenthrombose. Die Behandlung ist in diesem Fall eine Stentimplantation in die komprimierte Vene.
- Bindegewebsschwäche: Hormonsensitive Gefässwände, die zu Erweiterungen neigen.»
Typische Symptome des PCS:
Die Diagnose wird durch transvaginalen oder transabdominellen Ultraschall mit Duplex-Sonographie oder MRI Phlebographie des Beckens gestellt. In unklaren Fällen kann eine diagnostische / invasive Phlebographie (Venendarstellung mit Kontrastmittel) durchgeführt werden.