AV-Fistel und AV-Graft behandeln – Ballonangioplastie und Thrombolyse in Zürich

Für Menschen, die drei Mal pro Woche zur Hämodialyse müssen, ist die AV-Fistel (arteriovenöse Fistel) keine medizinische Randnotiz – sie ist buchstäblich lebensnotwendig. Wenn eine Fistel verengt oder thrombosiert ist, steht die nächste Dialysesitzung auf dem Spiel. Die interventionelle Radiologie kann in solchen Situationen schnell und gezielt helfen.

Wann braucht eine AV-Fistel eine Behandlung?

Mit der Zeit können sich in der AV-Fistel oder im AV-Graft Engstellen (Stenosen) bilden, die den Blutfluss reduzieren und die Dialyseeffizienz beeinträchtigen. Zeichen dafür:

  • Verlängerte Blutungszeit nach Nadelpunktion
  • Veränderte Geräusche oder Schwirren über der Fistel
  • Nachlassende Dialysewerte (Harnstoff, Kreatinin-Clearance)
  • Schwellung des Arms (Stenose des Abflussvenensystems)

Behandlungsoptionen

Ballonangioplastie (PTA)

Goldstandard für Fistelstenosen. Ein Ballon wird über einen Katheter zur Engstelle geführt und aufgeblasen.

Stentimplantation

Bei wiederkehrenden oder sehr hartnäckigen Stenosen.

Der Eingriff

Unter örtlicher Betäubung und Dämmerschlaf (Analgosedation) wird eine kleine Punktionsstelle am Handgelenk oder der Leiste angelegt – kleiner als ein Fingernagel. Ein dünner Katheter wird unter Röntgenkontrolle durch die Arterien geführt, bis er die Gebärmutterarterien erreicht. Dort werden winzige Kunststoffpartikel injiziert, die den Blutfluss zu den Myomen blockieren. Das gesunde Gewebe der Gebärmutter erholt sich über Kollateralkreisläufe – die Myome nicht. Wir blockieren während dem Eingriff systematisch die Nerven des Uterus (Superior Hypogastric Nerve Block) – eine vorausschauende Schmerzprophylaxe, die wir bei der IRZ standardmässig einsetzen und die in den ersten Stunden nach dem Eingriff deutlich mehr Komfort ermöglicht.

Kathetergesteuerte Thrombolyse / mechanische Thrombektomie:

Bei akuten Verschlüssen kann das Gerinnsel medikamentös aufgelöst oder mechanisch entfernt werden – oft innerhalb weniger Stunden.

Wir sind für Dialysezentren und -patienten auch kurzfristig erreichbar. Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein Patienteninformationsblatt.

FAQ – AV-Fistel / AV-Graft

Typische Zeichen sind: schlechtere Dialysewerte (Harnstoff, Kt/V), verlängerte Blutungszeit nach dem Ziehen der Nadeln, verändertes oder fehlendes Schwirren über der Fistel (normalerweise spürt man ein Vibrieren), und Schwellung des Arms. Bei diesen Zeichen bitte direkt das Dialysezentrum oder uns kontaktieren.

Nein – die Fistelbehandlung ist in der Regel ambulant. Der Eingriff dauert 30–90 Minuten, danach kurze Überwachungsphase.

Oft ja – besonders wenn die Thrombose frühzeitig erkannt und behandelt wird. Je länger sie besteht, desto schwieriger ist die Wiedereröffnung. Frühzeitige Intervention ist entscheidend.

Nach Behandlung einer Fistel-Stenose oder -Thrombose ist ein leichter Druckschmerz an der Einstichstelle und leichte Schwellung des Armes für 1–2 Tage normal.

Bitte kontaktieren Sie uns oder Ihr Dialysezentrum umgehend bei:

⚠ Fehlendem Schwirren (Vibration) über der Fistel – dies bedeutet, die Fistel ist möglicherweise erneut verschlossen. Sofort melden, da Fisteln bei rascher Intervention oft noch gerettet werden können

⚠ Starker Schwellung des gesamten Arms (möglicher Abfluss-Stau)

⚠ Fieber über 38,5 °C kombiniert mit Rötung an der Fistel (mögliche Infektion)

⚠ Starker Blutung an der Punktionsstelle nach Dialyse

Wissenschaftliche Referenzen
  • Lok CE et al. KDOQI Clinical Practice Guidelines for Vascular Access (2019 update). Am J Kidney Dis. 2020;75(4 Suppl 2):S1–S164.
  • Vascular Access Work Group. NKF-K/DOQI Clinical Practice Guidelines for Vascular Access. Am J Kidney Dis. 2006.
  • Dariushnia SR et al. Quality improvement guidelines for tunneled hemodialysis catheters. J Vasc Interv Radiol. 2016.

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