Knochenmetastasen sind schmerzhaft. Sie schwächen den Knochen, erhöhen das Frakturrisiko und können die Lebensqualität stark einschränken. Die interventionelle Onkologie bietet ein gezieltes Arsenal an Verfahren, die Schmerzen direkt am Ort reduzieren – oft schneller und mit weniger Nebenwirkungen als systemische Schmerztherapie allein.
Knochenmetastasen behandeln – Ablation, MR-HIFU, Zementoplastie und Verschraubung in Zürich
Verfahren im Überblick
Ablation (RFA, MWA, Cryoablation): CT-gesteuerte Sondenzerstörung des Metastasengewebes. Wirkt sowohl als lokale Tumorkontrolle als auch durch Unterbrechung der Schmerznerven im betroffenen Knochen.
MR-HIFU (MR-geführter fokussierter Ultraschall): Eine völlig nadelfreie Behandlung: Gebündelte Ultraschallwellen erhitzen die Metastase von aussen, ohne jeden Hauteingriff. MR-HIFU ist für die Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen regulatorisch zugelassen und zeigt hervorragende Ergebnisse – besonders an gut zugänglichen Knochen (Wirbelsäule, Becken, Rippen, lange Röhrenknochen).
Zementoplastie: Wenn eine Metastase den Knochen so weit geschwächt hat, dass eine Fraktur droht oder bereits eingetreten ist, wird Knochenzement über eine feine Nadel injiziert. Sofortige Stabilisierung und rasche Schmerzlinderung – oft schon am Tag nach dem Eingriff.
Perkutane Verschraubung: Bei drohenden oder eingetretenen pathologischen Frakturen können Schrauben über kleine Hauteinschnitte unter Bildkontrolle eingebracht werden – ohne grosse Operation.
Ablauf
FAQ – Knochenmetastasen
Die Bestrahlung ist wirksam, braucht aber 4–6 Wochen bis zur maximalen Wirkung. Interventionelle Verfahren wie die Thermoablation (RFA, MWA), MR-HIFU oder Zementoplastie können Knochenschmerzen oft innerhalb von 24–72 Stunden deutlich lindern. Sie ergänzen die Bestrahlung und Systemtherapie gezielt dort, wo die Schmerzen am stärksten sind.
Das primäre Ziel ist Schmerzlinderung und lokale Tumorkontrolle – nicht Heilung der Erkrankung. Bei einzelnen, isolierten Metastasen (oligometastatische Erkrankung) kann die Ablation jedoch zur vollständigen lokalen Tumorfreiheit führen und das Gesamtüberleben verlängern.
Viele Patienten berichten noch am Behandlungstag oder spätestens 24–48 Stunden danach über eine deutliche Schmerzreduktion. Der Zement härtet innerhalb von Minuten aus und stabilisiert den Knochen sofort.
MR-HIFU eignet sich besonders für Metastasen an gut zugänglichen flachen Knochen: Wirbelsäule, Becken, Rippen, lange Röhrenknochen. Die Eignung wird individuell anhand der Bildgebung beurteilt.
Der Zement bleibt vorerst stabil, bietet aber irgendwann keine Stabilisation mehr, wenn der verankernde Knochen weg ist. Wenn die Metastase weiter wächst, wird das mit der Systemtherapie behandelt. Eine erneute Ablation oder Bestrahlung des betroffenen Bereichs kann ebenfalls diskutiert werden.
Nach Ablation oder Zementoplastie von Knochenmetastasen sind leichte bis mässige Schmerzen an der Behandlungsstelle für 1–3 Tage normal. Nach Zementoplastie ist die Schmerzlinderung meist rasch.
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
⚠ Neu aufgetretener Lähmung oder Taubheit (bei Wirbelsäulenbehandlung – sofort melden)
⚠ Starken, plötzlich zunehmenden Schmerzen an der Behandlungsstelle
⚠ Fieber über 38,5 °C
⚠ Zeichen einer Fraktur: plötzlicher starker Schmerz, Fehlstellung eines Knochens
Wissenschaftliche Referenzen
- Huisman M et al. MR-HIFU for bone metastases: prospective multicenter study. Radiology. 2014;273(1):243–252.
- Jennings JW et al. Novel combination of ablation and osteoplasty for painful bone metastases. Pain Physician. 2014.
- Lévy M et al. Percutaneous cementoplasty for painful bone metastases. Cardiovasc Intervent Radiol. 2014.
- Callstrom MR et al. Painful metastases involving bone: feasibility of percutaneous CT- and US-guided radiofrequency ablation. Radiology. 2002.
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