Die Leber ist das häufigste Zielorgan für Fernmetastasen – bei kolorektalem Karzinom, Brustkrebs, neuroendokrinen Tumoren und vielen anderen. Wenn die Metastasen operativ nicht resezierbar sind, waren die Behandlungsoptionen lange auf Systemtherapie beschränkt. Heute bietet die interventionelle Onkologie gezielte lokale Verfahren – mit dem Ziel, die Metastasen direkt zu treffen und die systemische Therapie zu entlasten.
Lebermetastasen behandeln – Ablation, TARE und HAIC in Zürich
Behandlungsoptionen
FAQ – Lebermetastasen
Ja. Die interventionelle Onkologie bietet lokale Verfahren, die gezielt Lebermetastasen behandeln: Ablation (RFA, MWA, Cryoablation), Radioembolisation (TARE) und hepatische arterielle Infusionschemotherapie (HAIC). Diese Verfahren ergänzen die Systemtherapie und können in bestimmten Fällen das Gesamtüberleben verlängern.
Ja – eine Re-Ablation ist in jedem Fall möglich und beeinträchtigt die Prognose nicht. Dank regelmässiger MRI-Kontrollen können wir unvollständig behandelte Bereiche oder neue Metastasen früh erkennen und gezielt nachbehandeln. Diese Wiederholbarkeit ist ein entscheidender Vorteil gegenüber der Chirurgie.
Kolorektales Karzinom: Ablation für oligometastatische Herde, HAIC bei multiplen Metastasen oder als Conversion-Strategie. Neuroendokrine Tumore (NET): TARE sehr wirksam, oft mit langen Kontrollen. Brustkrebs: Ablation und TARE je nach Vaskularisation und Systemtherapie. Alle Entscheide im Tumorboard.
Conversion Surgery bezeichnet den Ansatz, zunächst inoperable Metastasen durch intensive lokale oder systemische Therapie so weit zu verkleinern, dass eine chirurgische Resektion möglich wird – mit potenziellem kurativem Ziel. HAIC hat in Studien beim kolorektalen Karzinom gute Response-Raten für diesen Zweck gezeigt.
Lokale und systemische Therapien schliessen sich nicht aus – sie ergänzen sich. Während die Systemtherapie die Gesamterkrankung kontrolliert, bekämpft die lokale Therapie die Leber als dominantes Metastasierungsorgan direkt. Diese Kombination zeigt in vielen Studien bessere Ergebnisse als jede Therapie allein.
Nach einer Tumorablation (RFA, MWA, Cryoablation, IRE) sind leichte Schmerzen an der Einstichstelle, ein allgemeines Krankheitsgefühl und leichtes Fieber für 2–7 Tage normal (Post-Ablations-Syndrom). Je nach Organ können organspezifische Beschwerden auftreten (siehe unten).
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
⚠ Fieber über 38,5 °C, das nach 48 Stunden nicht sinkt
⚠ Starken Oberbauchschmerzen oder plötzlichem Schmerzbeginn
⚠ Zeichen einer Blutung: Blut im Stuhl, schwarzem Stuhl oder Erbrechen von Blut
⚠ Bei HAIC: Zeichen einer Katheterinfektion (Rötung, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen an der Pumpenstelle)
Wissenschaftliche Referenzen
- Ruers T et al. Radiofrequency ablation combined with chemotherapy for colorectal liver metastases. J Natl Cancer Inst. 2017.
- Cercek A et al. Hepatic arterial infusion pump chemotherapy in colorectal liver metastases. J Clin Oncol. 2020.
- Kennedy AS et al. Y-90 radioembolization for liver metastases from NET: systematic review. J Nucl Med. 2015.
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