Bandscheibenvorfall behandeln – Periradikuläre Therapie (PRT) in Zürich

Es beginnt im Rücken und zieht sich ins Bein – ein Schmerz, der brennt, kribbelt, manchmal taubt. Der Ischias-Schmerz, ausgelöst durch einen Bandscheibenvorfall, der eine Nervenwurzel reizt oder einklemmt, ist einer der bekanntesten Rückenschmerzen überhaupt. Und einer der intensivsten.

Physiotherapie und Schmerzmittel helfen vielen – aber eben nicht allen. Für Patienten, bei denen die Beschwerden trotz konservativer Therapie anhalten, bietet die periradikuläre Therapie (PRT) eine präzise, bildgeführte Behandlungsoption, die direkt am Ursprung des Schmerzes ansetzt.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Zwischen den Wirbelkörpern sitzen die Bandscheiben als elastische Puffer. Wenn der gallertige Kern einer Bandscheibe durch den äusseren Faserring austritt (Prolaps), kann er auf eine Nervenwurzel drücken und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Das Resultat: Schmerzen, die aus dem Rücken in Bein oder Arm ausstrahlen, Kribbeln, Taubheit, manchmal Muskelschwäche.

Wichtig: Beim Bandscheibenvorfall verursacht oft nicht allein der mechanische Druck den Schmerz – sondern die Entzündungsreaktion um die gereizte Nervenwurzel herum. Genau hier setzt die PRT an.

Die periradikuläre Therapie (PRT) – Medikament direkt an den Nerv

Bei der PRT wird eine Kombination aus einem Lokalanästhetikum (betäubt den Nerv) und einem Kortikosteroid (hemmt die Entzündung) unter bildgebender Kontrolle präzise an die betroffene Nervenwurzel injiziert. Die CT- oder Fluoroskopie-Führung garantiert eine millimetergenaue Platzierung der Nadel.

Der Vorteil gegenüber einer oralen Kortison-Therapie: Das Medikament wirkt konzentriert direkt dort, wo es gebraucht wird. Systemische Wirkungen auf den restlichen Körper werden minimiert.

Die PRT hat zudem eine diagnostische Funktion: Wenn die Injektion Ihre Beschwerden deutlich lindert, bestätigt das, dass die behandelte Nervenwurzel tatsächlich die Schmerzquelle ist. Falls die Beschwerden nicht ansprechen, hilft dies, die Diagnose zu überdenken.

Ablauf Schritt für Schritt

Vor dem Eingriff

MRI der Wirbelsäule zur Bestätigung des Bandscheibenvorfalls und Lokalisation der betroffenen Nervenwurzel. Keine Nüchternheit erforderlich. Blutverdünner in Absprache anpassen. Bitte bringen Sie eine Begleitperson mit – Sie dürfen nach dem Eingriff kein Fahrzeug führen.

Der Eingriff

Ambulant, in Bauchlage. Die Einstichstelle wird desinfiziert und betäubt. Unter CT- oder Fluoroskopie-Führung wird eine haarfeine Nadel präzise zur betroffenen Nervenwurzel geführt. Kontrastmittel bestätigt die korrekte Lage. Anschliessend Injektion des Medikaments. Dauer: 15–30 Minuten inklusive Vor- und Nachbereitung.

Nach dem Eingriff

Kurze Überwachungsphase (15–30 Minuten). Ein vorübergehendes Taubheitsgefühl im versorgten Bein oder Arm für einige Stunden ist normal. Deshalb kein Autofahren am Behandlungstag. Leichte körperliche Schonung für 24–48 Stunden empfohlen.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen spezifischen Anweisungen

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Bandscheibenvorfall mit ausstrahlenden Schmerzen (Radikulopathie), der auf mind. 4–6 Wochen konservative Therapie nicht ausreichend angesprochen hat
  • Patienten, die eine Operation vermeiden oder hinausschieben möchten
  • Als diagnostischer Test, um die schmerzverursachende Nervenwurzel zu identifizieren
Nicht geeignet
  • Akute Lähmungen oder rasch zunehmende neurologische Ausfälle (hier dringlich chirurgische Beurteilung)
  • Schwere Gerinnungsstörungen oder nicht pausierbare Blutverdünner
  • Aktive Infektion im Behandlungsgebiet

FAQ – Bandscheibenvorfall / PRT

Die Mehrheit der Bandscheibenvorfälle heilt konservativ aus. Die periradikuläre Therapie (PRT) – eine bildgesteuerte Injektion von Kortison direkt an die betroffene Nervenwurzel – kann die akute Entzündung gezielt reduzieren und so eine Operation vermeiden. Studien zeigen, dass über 50 % der Patienten, die für eine Operation vorgesehen waren, nach PRT keinen Eingriff mehr benötigten.

Physiotherapie ist die Basisbehandlung bei jedem Bandscheibenvorfall. Die PRT kommt zum Einsatz, wenn der Schmerz trotz Physiotherapie so stark bleibt, dass er die Rehabilitation behindert. PRT und Physiotherapie ergänzen sich: Die Spritze reduziert akuten Schmerz, die Physiotherapie baut die Muskulatur auf und verhindert Rückfälle.

In der Regel werden 1–3 Sitzungen im Abstand von 2–4 Monaten durchgeführt. Bei gutem Ansprechen kann schon eine einzige PRT ausreichen. Wir beurteilen gemeinsam mit Ihnen nach jeder Sitzung, ob eine Wiederholung sinnvoll ist.

Viele Patienten spüren eine erste Verbesserung bereits nach 3–7 Tagen, wenn die entzündungshemmende Wirkung des Kortisons einsetzt. Das Lokalanästhetikum wirkt unmittelbar, aber nur für einige Stunden. Die nachhaltige Wirkung entfaltet das Kortison.

Nein – Nüchternheit ist für die PRT nicht erforderlich, da sie nicht unter Narkose oder Sedierung durchgeführt wird. Sie können normal essen und trinken. Bringen Sie jedoch eine Begleitperson mit, da ein vorübergehendes Taubheitsgefühl das Autofahren am Behandlungstag ausschliesst.

In vielen Fällen ja. In einer klinischen Studie konnten 89 % der Patienten, die als operative Kandidaten galten, durch CT-gesteuerte periradikuläre Infiltrationen die Operation vermeiden. Bei Patienten mit akuten Lähmungszeichen oder schweren neurologischen Ausfällen bleibt die Operation jedoch die erste Wahl.

Nein – die PRT bekämpft die Entzündungsreaktion um den Nerv, entfernt aber die vorgewölbte Bandscheibe nicht. Die PRT gibt dem Körper Zeit zur Heilung der Entzündung, indem sie die Beschwerden überbrückt.

Das ist sehr individuell. Schmerzfreie Phasen von mehreren Monaten bis über einem Jahr sind möglich. Bei Rückkehr der Beschwerden kann die PRT wiederholt werden.

Wissenschaftliche Referenzen
  • Riew KD et al. The effect of nerve-root injections on the need for operative treatment of lumbar radicular pain. J Bone Joint Surg Am. 2000;82:1589–1593.
  • Karppinen J et al. Periradicular infiltration for sciatica. Spine. 2001;26:1059–1067.
  • AWMF-Leitlinie 033-048: Konservative Therapie des lumbalen Bandscheibenvorfalls. AWMF 2022.
  • Dreyfuss P et al. Efficacy and validity of radiofrequency neurotomy for zygapophysial joint pain. Spine. 2000.

Möchten Sie wissen, ob dieser Eingriff
für Sie geeignet ist?

Wir beraten Sie persönlich, diskret und unverbindlich. Vereinbaren Sie jetzt Ihr Beratungsgespräch.