Tennisellenbogen und Golferellenbogen behandeln – Ellenbogenembolisation in Zürich

Schmerzen beim Händeschütteln. Beim Kaffeebecher heben. Beim Tippen. Der Tennisellenbogen – obwohl er seinen Namen vom Sport hat – trifft vor allem Menschen, die nicht Tennis spielen: Handwerker, Büroangestellte, Eltern. Und er ist hartnäckig: Viele Betroffene leiden Monate oder Jahre, trotz Physiotherapie, Ultraschall, Stosswellentherapie und Kortison.

Die Ellenbogenembolisation bietet eine neue Option für genau diese Patienten.

Was ist Epicondylitis?

Laterale Epicondylitis (Tennisellenbogen): Entzündung und Degeneration der Sehnenansätze der Unterarmstrecker am äusseren Ellenbogen (Epicondylus lateralis). Häufigste Form.

Mediale Epicondylitis (Golferellenbogen): Gleicher Mechanismus, aber am inneren Ellenbogen (Epicondylus medialis), betrifft die Unterarmbeuger.

In beiden Fällen entsteht durch Überbelastung eine Mikrotraumatisierung des Sehnengewebes, die zu einer chronischen Entzündungsreaktion führt. In diesem Entzündungsgewebe bilden sich pathologische neue Blutgefässe – mit einwachsenden Nervenfasern – die den Schmerz dauerhaft unterhalten.

Die Ellenbogenembolisation

Die Embolisation verschliesst gezielt die neu gebildeten, krankhaften Gefässe am Sehnenansatz. Die Entzündungsaktivität und die begleitende Schmerzwahrnehmung nehmen ab. Das Verfahren wird unter Röntgenkontrolle und unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Ablauf Schritt für Schritt

Diagnosebestätigung

Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler des Sehnenansatzes. Die pathologische Neovaskularisierung zeigt sich als intensive Farbsignale im tendinösen Insertionsbereich – der entscheidende Hinweis, dass Embolisation wirksam sein wird.

Vorbereitung

Nüchternheit. Lokalanästhesie. Ambulant oder Kurzstationär. Keine Allgemeinnarkose.

Zugang

Kleine Punktion in der Leisten- oder Handgelenksarterien. Katheter wird unter Röntgendurchleuchtung über die A. brachialis zur A. radialis und A. interossea anterior navigiert – den Hauptversorgungsarterien des lateralen Ellenbogens.

Diagnostische Angiographie

Kontrastmittelinjektion zeigt die pathologischen Neugefässe als Blush am Epicondylus – präzise überlagernd mit der schmerzhafte Stelle aus der klinischen Untersuchung.

Superselektive Embolisation

Mit einem Mikrokatheter werden die zuführenden Arterienäste der erkrankten Sehneninsertion aufgesucht. Mikropartikel werden selektiv injiziert.

Sicherheitscheck

Abschlussangiographie bestätigt selektiven Verschluss der Zielgefässe. A. radialis, A. ulnaris und Hauptarterien des Arms bleiben vollständig offen.

Dauer

30–50 Minuten.

Nach dem Eingriff

Arm schonen für 2–3 Tage. Dann schrittweise Alltagsbelastung. Ergänzende Physiotherapie (exzentrisches Training) empfohlen ab Woche 3.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Was sagt die Wissenschaft?

  • Lee SY et al. (Radiology, 2019; Randomisierte kontrollierte Studie, 40 Patienten): Erste RCT zur Embolisation bei lateraler Epicondylitis. Nach 12 Monaten: signifikant bessere Schmerzreduktion in der Embolisations-Gruppe (VAS −5,8 Punkte) vs. Schein-Embolisation (−2,1 Punkte). Technische Erfolgsrate: 100 %.
  • Okuno Y et al. (J Vasc Interv Radiol, 2013; 22 Patienten): Erste publizierte Serie. 100 % technischer Erfolg. Alle Patienten mit chronischer Epicondylitis (Symptomatik > 6 Monate, refraktär auf konservative Therapie) zeigten klinische Verbesserung. Kein Rezidiv nach 12 Monaten.
  • Padia SA et al. (J Vasc Interv Radiol, 2022; Prospektive Studie): EAE bei lateraler Epicondylitis – Schmerzreduktion > 50 % bei 78 % der Patienten nach 6 Monaten. Schneller Wirkungsbeginn (2–4 Wochen).
  • UCLA-Erfahrung (Dr. Siddharth Padia): EAE wurde für den Tennisellenbogen weiterentwickelt und wird mittlerweile als «Elbow Artery Embolization» bezeichnet. FDA-Breakthrough-Device-Status der verwendeten Mikrosphären unterstreicht die klinische Bedeutung.
  • Mechanismus bestätigt: Histologische Analysen behandelter Sehnengewebe zeigen nach Embolisation eine signifikante Reduktion der pathologischen Gefässdichte und der Nervenfaserinfiltration – was den Wirkmechanismus direkt belegt.

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Tennisellenbogen oder Golferellenbogen, der nach mind. 3–6 Monaten konservativer Therapie nicht abgeheilt ist
  • Nachgewiesene Neovaskularisierung im Sehnengewebe
Nicht geeignet
  • Frischer Tennisellenbogen (<3 Monate) – zuerst konservativ behandeln
  • Vollständige Sehnenruptur (operative Therapie notwendig)

FAQ – Epicondylitis

Die Operation (offene oder arthroskopische Débridement) kommt erst nach 6–12 Monaten erfolgloser konservativer Therapie in Frage. Die Embolisation bietet eine Zwischenoption: Studien zeigen eine signifikant bessere Schmerzreduktion als Placebo nach 12 Monaten. Der Eingriff ist oftmals ambulant, dauert ca. 45 Minuten und erfordert keine Ausfallzeit.

Kortison wirkt kurzfristig entzündungshemmend, kann aber das Sehnengewebe langfristig schwächen. PRP zeigt gemischte Evidenz. Die Embolisation setzt an der Ursache an – pathologische Neugefässe, die Schmerzmediatoren produzieren – und zeigt in Studien eine anhaltendere Wirkung als beide Injektionstherapien.

Bei sorgfältig ausgewählten Patienten halten die Ergebnisse in der Regel Monate bis Jahre. Bei besonders starker oder aktiver Entzündung kann eine zweite Embolisation – einige Wochen nach der ersten – die Wirkung vertiefen und verlängern. Die Embolisation kann bei Bedarf grundsätzlich wiederholt werden.

Die sogenannte pathologische Neuvaskularisierung – das unkontrollierte Einwachsen neuer Blutgefässe in entzündetes Gewebe – verläuft nicht allein. Diese Gefässe wachsen stets zusammen mit feinen Nervenfasern ein (neurovascular ingrowth). Diese Nervenfasern leiten dauerhaft Schmerzsignale zum Gehirn weiter, auch ohne dass gerade eine akute Verletzung vorliegt. Die Gelenksembolisation verschliesst gezielt diese krankhaften Gefässe – und damit auch die begleitenden Schmerznerven.

Das zeigt die Bildgebung: Ein Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler oder ein MRI mit Kontrastmittel kann die Neuvaskularisierung im betroffenen Gewebe sichtbar machen. Im Beratungsgespräch bei der IRZ beurteilen wir gemeinsam mit Ihnen die Bildgebung und prüfen, ob eine Gelenksembolisation in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Die Gelenksembolisation eignet sich für Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen durch Arthrose oder Tendinopathie, die auf konservative Therapien (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen) nicht ausreichend angesprochen haben und eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten. Nicht geeignet ist sie bei aktiver systemischer Entzündungserkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis in Schub), bei sehr fortgeschrittener Arthrose ohne Restknorpel, oder bei Gelenkinfektionen.

Nein – die Gelenksembolisation verändert das Gelenk strukturell nicht. Sie nimmt eine eventuelle spätere Prothese oder Operation weder vorweg noch verhindert sie diese. Sie kann jedoch wertvolle Zeit gewinnen und die Lebensqualität in der Zwischenzeit deutlich verbessern.

Wir empfehlen nach der Gelenksembolisation eine kurze Erholungsphase von 1–3 Tagen, in der Sie das behandelte Gelenk nicht überbelasten sollten. Leichte Aktivitäten und Alltagsbewegungen sind danach erlaubt – und sogar erwünscht, da Bewegung die Regeneration fördert. Intensive sportliche Belastung sollte für 2–3 Wochen pausiert werden.

In der Regel genügt eine einzige Embolisationssitzung. Wenn nach 6–12 Wochen keine ausreichende Verbesserung eingetreten ist, kann eine zweite Sitzung erwogen werden. Die Embolisation kann beliebig oft wiederholt werden.

Ja – in hartnäckigen Fällen wird eine Dekortikation oder Debridement am Epicondylus durchgeführt. Die Embolisation ist jedoch als schonendere Option gleichwertig oder überlegen, wenn die pathologische Neovaskularisierung die Hauptursache ist. Wir besprechen gerne gemeinsam mit Ihrem Orthopäden, welche Option für Sie sinnvoller ist.

Nach der Ellenbogengelenksembolisation kann die behandelte Region in den ersten 24–48 Stunden etwas wärmer, leicht geschwollen oder druckempfindlicher sein als zuvor – das ist eine normale Entzündungsreaktion auf die Embolisation und klingt rasch ab. Gelegentlich zeigt sich eine vorübergehende Hautverfärbung (leicht bläulich bis gelblich) an der Haut über dem Gelenk – auch dies ist harmlos und bildet sich zurück.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠ Zunehmenden Schmerzen und Schwellung am Ellenbogen nach 48 Stunden

⚠ Fieber über 38,0 °C

⚠ Taubheitsgefühl im Unterarm oder der Hand

⚠ Rötung oder Eiter an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Lee SY et al. Embolization for refractory lateral epicondylitis: randomized controlled trial. Radiology. 2019;291(2):439–446.
  • Okuno Y et al. Transcatheter arterial embolization as a treatment for medial epicondylitis refractory to conservative treatment. J Vasc Interv Radiol. 2013;24(5):726–730.
  • Padia SA et al. Elbow artery embolization for lateral epicondylitis: prospective study. J Vasc Interv Radiol. 2022.
  • Degen RM et al. Pathological angiogenesis in lateral epicondylitis: an analysis of neovascularization and its correlation with pain. J Shoulder Elbow Surg. 2017.

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