Vaskuläre Erektionsstörung behandeln – Angioplastie und Venenverschluss in Zürich

Erektile Dysfunktion – Erektionsstörungen – betrifft Millionen von Männern weltweit und ist ein Thema, über das noch immer viel zu selten offen gesprochen wird. In vielen Fällen steckt dahinter eine körperliche Ursache, die behandelt werden kann. Insbesondere wenn Medikamente wie PDE5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil) nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden, lohnt es sich, nach einer vaskulären Ursache zu suchen.

Denn wenn das Problem in den Gefässen liegt – zu enge Penisgefässe oder undichte Venen – kann die interventionelle Radiologie gezielt helfen.

Was ist vaskuläre erektile Dysfunktion?

Eine Erektion entsteht, wenn ausreichend Blut in die Schwellkörper des Penis fliesst und dort gehalten wird. Wenn dieses System nicht funktioniert, gibt es zwei mögliche Ursachen:

Arterielle (arteriogene) ED: Die Arterien, die den Penis versorgen, sind verengt (oft durch Arteriosklerose) – zu wenig Blut gelangt in die Schwellkörper. Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht.

Venöse ED («Venous Leakage»): Das Blut fliesst durch undichte Venen zu schnell aus den Schwellkörpern ab, bevor eine stabile Erektion erreicht werden kann. Typisches Zeichen: Erektion kommt, hält aber nicht an.

Wichtig: Bevor eine vaskuläre Behandlung in Betracht gezogen wird, müssen psychogene, hormonelle und neurologische Ursachen ausgeschlossen werden. Die Abklärung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Urologie.

Behandlungsoptionen der interventionellen Radiologie

Arteriogene ED – Angioplastie der Penisgefässe

Bei nachgewiesener arterieller Minderdurchblutung können die verengten Arterien durch eine Ballonangioplastie aufgedehnt werden – ähnlich wie bei einer Herzkatheterdehnung. Unter Bildkontrolle wird ein Katheter durch die Leiste bis zu den Penisgefässen geführt; ein kleiner Ballon weitet die Engstelle auf, oftmals wird ein Stent eingesetzt. Ziel: bessere Durchblutung der Schwellkörper.

Venöses Leck – Kathetergesteuerter Venenverschluss

Beim venösen Leck wird das Blut aus den Schwellkörpern zu schnell abgeleitet. Durch einen gezielten, kathetergesteuerten Verschluss der undichten Venen kann dieser vorzeitige Abfluss unterbunden werden. Das Ergebnis: länger anhaltende Erektionen.

Ablauf

Abklärung

Duplex-Ultraschall der Penisgefässe (unter Erektion) zur Unterscheidung arterieller von venöser Ursache. Diese Abklärung erfolgt von einem der Ärzte der IRZ oder erfahrenen Diagnostischen Radiologen.

Der Eingriff

Oftmals ambulant, unter örtlicher Betäubung. Bei arteriellem Problem: Katheter-Zugang über die Leistenarterie, Darstellung der Beckenarterien und Ballon-Angioplastie mit Stenting der erkrankten Arterie. Bei venösem Problem: Direktpunktion einer Penisvene, Darstellung mit Kontrastmittel und Verkleben der erkrankten Venen. Dauer: 60–90 Minuten je nach Befund.

Nachsorge

Klinische Kontrolle nach 4–6 Wochen. Angepasste Nachsorge je nach Verfahren.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen spezifischen Anweisungen.

Für wen geeignet – für wen nicht?

Geeignet
  • Männer mit gesicherter vaskulärer Ursache der ED (arteriell oder venös)
  • Männer, bei denen PDE5-Hemmer nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden
  • Nach Ausschluss psychogener, hormoneller und neurologischer Ursachen
Nicht geeignet
  • Erektile Dysfunktion psychogener oder neurologischer Ursache
  • Hormonelle Ursachen (Testosteronmangel – zuerst behandeln)
  • Schwere Begleiterkrankungen, die einen Kathetereingriff ausschliessen

FAQ – Vaskuläre erektile Dysfunktion

Ja. Rund 50 % der Männer, die nicht auf PDE-5-Hemmer (Viagra, Cialis) ansprechen, haben eine angiografisch nachweisbare Penisarterieninsuffizienz. In diesen Fällen kann eine endovaskuläre Revaskularisation (Ballondilatation, Stent) der verengten Becken- oder Penisarterien die Erektionsfähigkeit wiederherstellen – ohne Penisprothese.

Nein. Zwischen Medikamenten und Penisprothese gibt es die endovaskuläre Therapie: Angioplastie der Pudendalarterien und/oder venöse Embolisation bei venösem Leck. Aktuelle Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei sorgfältig selektionierten Patienten mit vaskulogener ED. Die Penisprothese bleibt eine Option, aber nicht die einzige.

Durch einen spezifischen Duplex-Ultraschall der Penisgefässe unter Erektion (Caverject Injektion). Dabei wird die Durchblutung der Schwellkörperarterien gemessen (Peak Systolic Velocity) und beurteilt, ob das Blut zu schnell abfliesst (venöses Leck). Diese Abklärung führen wir in enger Kooperation mit der Urologie durch.

Die bisherigen Studien zeigen eine gute initiale Erfolgsrate. Im Verlauf nehmen die Ergebnisse bei einem Teil der Patienten wieder ab – das Phänomen der «Rezidive» ist bei vaskulären Erkrankungen nicht ungewöhnlich, da die zugrundeliegenden Gefässveränderungen fortschreiten können. Eine Wiederholung des Eingriffs oder ergänzende Medikamente können in diesen Fällen diskutiert werden.

Das hängt von einer sorgfältigen Abklärung ab. Kandidaten sind Männer mit nachgewiesener vaskulärer ED (arteriell oder venös), bei denen andere Ursachen (Psyche, Hormone, Nerven) ausgeschlossen wurden. Die Abklärung dauert in der Regel eine Sprechstunde plus Ultraschall.

Ja – die interventionelle Behandlung kann parallel zu PDE5-Hemmern eingesetzt werden oder nach ihrem Versagen. Die Medikamente wirken auf einen anderen Mechanismus und schliessen den Eingriff nicht aus.

Bei arterieller ED werden die verengten Penisgefässe durch Ballonangioplastie aufgedehnt – damit mehr Blut einfliessen kann. Bei venöser ED werden die undichten Venen durch einen kathetergesteuerten Verschluss abgedichtet – damit das Blut länger in den Schwellkörpern verbleibt. Beide Eingriffe sind minimal-invasiv, aber technisch unterschiedlich.

Wie bei allen minimal-invasiven Katheterverfahren sind lokale Komplikationen (Bluterguss an der Einstichstelle) möglich, aber selten. Schwerwiegende Komplikationen sind bei erfahrenen Zentren sehr selten. Wir erläutern alle relevanten Risiken ausführlich im Aufklärungsgespräch.

Nach der Angioplastie oder dem venösen Verschluss ist leichter Druck an der Einstichstelle (Leiste) für 1–2 Tage normal. Körperliche Schonung für 24–48 Stunden ist wichtig.

Normal und zu erwarten:

  • Leichter Druckschmerz an der Einstichstelle (Leiste) für 1–2 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠Starker, rasch zunehmender Schwellung im Leistenbereich (mögliches Hämatom)

⚠ Plötzlichen starken Schmerzen im Becken oder den Beinen

⚠ Fieber, Rötung oder Eiter an der Einstichstelle

Wissenschaftliche Referenzen
  • Spiliopoulos S, Shaida N, Katsanos K, Krokidis M. The role of interventional radiology in the diagnosis and management of male impotence. Cardiovasc Intervent Radiol. 2013;36(5):1204–1212.
  • Doppalapudi SK, Wajswol E, Shukla PA et al. Endovascular therapy for vasculogenic erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis of arterial and venous therapies. J Vasc Interv Radiol. 2019;30(8):1251–1258.
  • Wang TD, Lee WJ, Yang SC et al. Safety and six-month durability of angioplasty for isolated penile artery stenoses in patients with erectile dysfunction: a first-in-man study. EuroIntervention. 2014;10(1):147–156.
  • Dean RC, Lue TF. Physiology of penile erection and pathophysiology of erectile dysfunction. Urol Clin North Am. 2005.
  • Diehm N, Hirschle D, Kalka C et al. Venous leak embolization results in clinical improvement of patients with mixed arterio-venous erectile dysfunction not responding to arterial revascularization alone. Cardiovasc Intervent Radiol. 2025;48(2):184–193.

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