Myome – wenn die Gebärmutter aus dem Gleichgewicht gerät

Starke Regelblutungen, die den Alltag bestimmen. Ein Druckgefühl im Unterleib, das einfach nicht verschwindet. Nächte, in denen Schmerzen den Schlaf rauben. Wenn Myome wachsen, können sie das Leben einer Frau erheblich beeinträchtigen – und trotzdem hören viele Betroffene vom Arzt: «Warten wir noch ab.» Oder: «Da hilft nur eine Operation.»

Dabei gibt es heute eine gut dokumentierte, minimal-invasive Alternative: die Myomembolisation oder die HIFU. Und die IRZ in Zürich gehört zu den wenigen Zentren der Schweiz, die diese Eingriffe mit langjähriger Expertise anbieten.

Was sind Uterusmyome?

Myome – medizinisch Leiomyome oder Uterusmyome – sind gutartige Geschwülste, die aus der Muskulatur der Gebärmutter entstehen. Sie zählen zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen: Schätzungsweise 40–70 % aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Myome, viele davon ohne je Beschwerden zu bemerken.

Wenn Myome aber wachsen, können sie erhebliche Beschwerden verursachen:

Starke, verlängerte Monatsblutungen mit Blutkoageln und Anämie

Ständiges Druckgefühl oder Schmerzen im Unterleib

Häufiger Harndrang (Myom drückt auf die Blase)

Verstopfung oder Rückenschmerzen

Lähmende Erschöpfung durch chronischen Blutverlust

Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit

Die Myomembolisation (UAE) – wie funktioniert das?

Die Uterusarterienembolisation (UAE), auch Myomembolisation genannt, unterbricht gezielt die Blutversorgung der Myome. Ohne Blutversorgung können die Myome nicht überleben – sie schrumpfen über die folgenden Wochen und Monate, und mit ihnen die Beschwerden.

Vorbereitung und Ablauf Schritt für Schritt

Vor dem Eingriff

Eine vorgängige gynäkologische Abklärung inklusive MRI der Gebärmutter ist notwendig, um Lage, Anzahl und Art der Myome zu beurteilen. Blutverdünnende Medikamente werden in Absprache mit dem behandelnden Arzt angepasst. Sie sollten nüchtern erscheinen (mind. 6 Stunden kein Essen, 2 Stunden kein Wasser).

Ankunft und Vorbereitung

Sie werden herzlich empfangen und dürfen sich umziehen, später wird ein venöser Zugang gelegt. Erste Medikamente zur Prophylaxe von post-interventionellen Schmerzen und Übelkeit werden verabreicht.

Der Eingriff

Unter örtlicher Betäubung und Dämmerschlaf (Analgosedation) wird eine kleine Punktionsstelle am Handgelenk oder der Leiste angelegt – kleiner als ein Fingernagel. Ein dünner Katheter wird unter Röntgenkontrolle durch die Arterien geführt, bis er die Gebärmutterarterien erreicht. Dort werden winzige Kunststoffpartikel injiziert, die den Blutfluss zu den Myomen blockieren. Das gesunde Gewebe der Gebärmutter erholt sich über Kollateralkreisläufe – die Myome nicht. Wir blockieren während dem Eingriff systematisch die Nerven des Uterus (Superior Hypogastric Nerve Block) – eine vorausschauende Schmerzprophylaxe, die wir bei der IRZ standardmässig einsetzen und die in den ersten Stunden nach dem Eingriff deutlich mehr Komfort ermöglicht.

Dauer

60–90 Minuten, danach einige Stunden Überwachung.

Stationär oder ambulant?

Beide Settings sind möglich. Der Eingriff selbst kann gut ambulant durchgeführt werden. Erfahrungsgemäss haben manche Patientinnen jedoch besonders in der ersten Nacht stärkere Schmerzen. Deshalb bieten wir bei der IRZ sowohl das ambulante als auch das stationäre Setting an und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, was für Sie besser passt. Im stationären Setting steht rund um die Uhr Fachpersonal für die Beurteilung und Schmerztherapie zur Verfügung.

Nach dem Eingriff – Erholung und Nachsorge

Die erste Zeit nach dem Eingriff ist von Beschwerden geprägt, die dem Post-Embolisations-Syndrom entsprechen: Krämpfe im Unterleib (ähnlich starken Regelschmerzen), leichtes Fieber und Abgeschlagenheit für 2–7 Tage. Diese Beschwerden sind normal und Zeichen dafür, dass die Embolisation wirkt.

Meist nach 7–10 Tagen sind die meisten Frauen wieder arbeitsfähig
Leichte Aktivitäten sind nach einigen Tagen möglich
Volle körperliche Belastung nach 2–4 Wochen

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie von uns ein detailliertes, auf Ihren Eingriff zugeschnittenes Patienteninformationsblatt mit allen Verhaltensanweisungen für vor und nach dem Eingriff.

MR-HIFU – Myombehandlung ganz ohne Nadel und ohne Schnitt

Neben der UAE bietet die IRZ auch den MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MR-HIFU / MRgFUS) als Behandlungsoption für Uterusmyome an. Dieses Verfahren ist das schonendste überhaupt: Gebündelte Ultraschallwellen werden von aussen durch die Bauchdecke präzise auf das Myomgewebe fokussiert und erhitzen es auf über 60 °C – bis das Gewebe zerstört ist. Kein Schnitt, keine Nadel, keine Vollnarkose. Die gesamte Behandlung findet im MRI-Gerät statt, das gleichzeitig die Myome dreidimensional darstellt und den Therapieeffekt in Echtzeit überwacht.

MR-HIFU eignet sich besonders für Frauen mit wenigen, gut zugänglichen Myomen an der Uterusvorderwand ohne submuköse Lage (d.h. die Myome dürfen nicht direkt unter der Gebärmutterschleimhaut liegen). Die Sitzung dauert ca. 2 Stunden ambulant im MRI-Gerät. Nicht alle Myome sind für HIFU geeignet – Lage, Grösse und MRI-Zugänglichkeit sind entscheidend. Wir beurteilen dies anhand des MRI-Befunds im Beratungsgespräch.

Was sagt die Wissenschaft?

Die UAE gehört zu den am besten untersuchten minimal-invasiven Eingriffen in der Frauenmedizin. Die Datenlage ist überzeugend:

90%

Rund 90 % der behandelten Frauen berichten über eine deutliche oder vollständige Besserung ihrer Beschwerden.

42–83%

Die Myome schrumpfen innerhalb von 6 Monaten um durchschnittlich 42–83 % ihres Volumens.

>85%

Das Rezidivrisiko liegt in Studien zwischen 5 und 14 % – mehr als 85 % der Frauen bleiben langfristig beschwerde­frei.

Der FEMME-Randomized Controlled Trial (Daniels et al., 2022) – die grösste randomisierte Studie zu diesem Thema – zeigte: UAE und Myomektomie erzielen klinisch vergleichbare Ergebnisse bei Symptomkontrolle und Lebensqualität. Die UAE ist jedoch deutlich weniger invasiv.

Für wen ist die Myomembolisation geeignet – und für wen nicht?

Geeignet
  • Frauen mit symptomatischen Myomen (starke Blutungen, Druckbeschwerden, Schmerzen)
  • Frauen, die eine Operation vermeiden oder hinausschieben möchten
  • Frauen, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken
  • Frauen mit mehreren oder grossen Myomen (UAE behandelt alle gleichzeitig)
Nicht geeignet
  • Frauen mit malignitätsverdächtigen Raumforderungen der Gebärmutter
  • Aktive Infektionen im Beckenbereich
  • Schwere Gerinnungsstörungen

FAQ – Häufige Fragen zur Myomembolisation

Die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) ist die einzige Therapie, die Myome definitiv beseitigt – allerdings auf Kosten der Gebärmutter. Die Myomembolisation (UAE) ist eine gebärmuttererhaltende Alternative mit vergleichbarer Symptomkontrolle: Über 90 % der Frauen berichten über eine deutliche Besserung. Die UAE erfordert keine Vollnarkose, keinen Bauchschnitt und hat eine kürzere Erholungszeit (1–2 Wochen vs. 4–6 Wochen). Die Entscheidung hängt von Faktoren wie Kinderwunsch, Myomgrösse und persönlichen Präferenzen ab.

Beide Verfahren erhalten die Gebärmutter. Die Myomektomie entfernt die Myome chirurgisch (offen oder laparoskopisch), die UAE verschliesst deren Blutversorgung ohne Schnitt. Der FEMME-Trial (2022) zeigte, dass beide Verfahren langfristig ähnliche Ergebnisse bei Lebensqualität erzielen. Die UAE behandelt jedoch alle Myome gleichzeitig – ein Vorteil bei multiplen Knoten.

Nicht jedes Myom muss operiert werden. Kleinere, beschwerdefreie Myome werden beobachtet. Bei Beschwerden stehen neben der Operation (Myomektomie, Hysterektomie) auch minimal-invasive Verfahren wie die Myomembolisation (UAE) oder MR-geführter fokussierter Ultraschall (MRgFUS) zur Verfügung. Die UAE ist der am besten untersuchte nicht-chirurgische Eingriff und wird von internationalen Leitlinien empfohlen.

Beide Settings sind bei der IRZ möglich. Der Eingriff selbst ist ambulant gut durchführbar. Erfahrungsgemäss haben manche Patientinnen in der ersten Nacht trotz unserer standardmässig eingesetzten Schmerzprophylaxe (SHNB) stärkere Beschwerden. Wir besprechen gemeinsam mit Ihnen, welches Setting für Sie besser geeignet ist – ambulant mit guter Vorbereitung oder stationär mit direktem Zugang zu Fachpersonal.

Die winzigen Kunststoffpartikel (Mikrosphären) bleiben nach dem Eingriff an Ort und Stelle in den Gefässen. Sie werden über die Zeit teils vom Körper abgebaut. Entscheidend ist: Die Partikel wandern nicht an andere Körperstellen. Sie bleiben lokal in den Gebärmutterarterien und sind vollständig biokompatibel.

Diese Bedenken bestanden früher – zurecht. Heutige Studien zeigen jedoch, dass die Fertilität nach UAE vergleichbar ist mit jener nach einer Myomektomie. Schwangerschaften nach UAE sind dokumentiert und keine Seltenheit. Wenn Sie jedoch einen konkreten Kinderwunsch hegen, besprechen wir gemeinsam, ob die UAE oder die Myomektomie für Ihre Situation besser geeignet ist.

Die ersten Verbesserungen – weniger starke Blutungen, weniger Druck – treten meist nach 4–6 Wochen auf. Das optimale Ergebnis (maximale Myomschrumpfung) erreicht man nach etwa 3–6 Monaten. Wir begleiten Sie mit Kontrollen auf diesem Weg.

Das ist kein Nachteil – im Gegenteil. Die UAE behandelt alle Myome gleichzeitig, unabhängig von Anzahl und Grösse, solange sie über die Gebärmutterarterien versorgt werden. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Myomektomie, die jeden Knoten einzeln entfernen muss.

Der Eingriff selbst ist unter örtlicher Betäubung gut tolerierbar. In den ersten 24–48 Stunden danach treten typischerweise Unterleibskrämpfe auf (das sogenannte Post-Embolisations-Syndrom), ähnlich starken Regelschmerzen. Wir setzen standardmässig eine bewährte Nervenblockade ein und verordnen Ihnen wirksame Schmerzmedikamente – so sind diese Beschwerden gut beherrschbar.

Eine vorgängige gynäkologische Abklärung mit Bildgebung (Ultraschall) ist empfohlen und in den meisten Fällen bereits vorhanden. Sie können sich aber auch direkt bei uns melden – wir koordinieren dann gemeinsam die weiteren Schritte mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen. Ein MRT melden wir in der Regel für Sie vor der Sprechstunde bei uns an.

Das Rezidivrisiko ist gering: In Studien bleiben mehr als 85 % der Frauen langfristig beschwerdefrei. Bei einem kleinen Anteil können sich Myome neu bilden – in diesem Fall kann die UAE wiederholt werden.

Wir planen nach dem Eingriff eine klinische Kontrolle sowie ein MRI der Gebärmutter – üblicherweise nach 3 und nach 6 Monaten. So können wir das Ansprechen der Myome dokumentieren und frühzeitig reagieren, falls etwas nicht wie erwartet verläuft.

In den ersten 1–3 Tagen nach der Myomembolisation sind Unterleibskrämpfe, leichtes Fieber (bis 38,5 °C) und allgemeines Unwohlsein normal – dies ist Teil des sogenannten Post-Embolisations-Syndroms und ein Zeichen, dass der Eingriff wirkt.

Normal und zu erwarten:

  • Krämpfe im Unterleib (ähnlich starker Regelschmerzen), gut kontrollierbar mit den verordneten Schmerzmitteln
  • Leichtes Fieber (< 38,5 °C) in den ersten 24–72 Stunden
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit für einige Tage
  • Leichter, wässriger vaginaler Ausfluss in den ersten Wochen

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

⚠  Fieber über 38,5 °C, das nach 48 Stunden nicht sinkt

⚠  Starke, nicht kontrollierbare Schmerzen trotz Schmerzmedikamenten

⚠  Übelriechender oder eitriger vaginaler Ausfluss (Anzeichen einer Infektion)

⚠  Starke Blutungen (mehr als eine Vorlage pro Stunde)

⚠  Rötung, Schwellung oder eitriger Ausfluss an der Kathetereinstichstelle (Handgelenk oder Leiste)

Wissenschaftliche Referenzen
  • Daniels J et al. UAE versus myomectomy for premenopausal women with fibroids (FEMME RCT). Health Technol Assess. 2022;26(22):1–74.
  • Peng J et al. Systematic review and meta-analysis: UAE vs myomectomy for symptomatic uterine fibroids. Sci Rep. 2024;14:19252.
  • Behairy MS et al. Uterine fibroids: narrative review with focus on UAE. Gynecol Pelvic Med. 2024;7:23.
  • Anchan RM et al. Long-term QoL following hysterectomy, myomectomy, or UAE. Am J Obstet Gynecol. 2023;229(3):275.e1–275.e17.
  • Young M et al. Uterine Fibroid Embolization. StatPearls Publishing. 2024.

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